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US-Transplan­tations-Pionier Joseph Murray 93-jährig gestorben

Mittwoch, 28. November 2012

Washington – Der US-Transplantationsmediziner und Nobelpreisträger Joseph Murray ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Murray sei am Montagabend (Ortszeit) im Brigham and Women's Hospital in Boston den Folgen eines Hirnschlags erlegen, berichtete die Tageszeitung Boston Globe. Der Arzt hatte demnach am Donnerstag einen Hirnschlag erlitten. Das Kranken­haus, in dem Murray 1954 als erster Mensch weltweit erfolgreich eine Niere transplantiert hatte, konnte den Bericht zunächst nicht bestätigen.    

Murray war 1990 für seine Verdienste in der Transplan­tationsmedizin zusammen mit seinem Kollegen E. Donnall Thomas mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt worden. Der 1919 geborene Arzt hatte sein Interesse an der Organtransplantation nach eigenen Angaben während des Zweiten Weltkriegs bei seiner Arbeit in einem Militärkrankenhaus in Pennsylvania entdeckt. Am 23. Dezember 1954 gelang es ihm schließlich, dem Patienten Richard Herrick eine Niere von dessen Zwillingsbruder Ronald einzupflanzen. Richard lebte nach der Operation noch acht Jahre.    

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Damals war die Transplantation von Organen von einem lebenden Menschen zu einem anderen noch heftig umstritten: Gegner sahen darin einen Eingriff in die Natur. Murray war zudem an der Entwicklung eines Medikaments beteiligt, das dem Körper hilft, fremde Organe anzunehmen. Der langjährige Chef der Plastischen Chirurgie im Brigham Hospital hinterlässt laut Boston Globe  seine Ehefrau, sechs Kinder und 18 Enkel. © afp/aerzteblatt.de

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