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AG Hochschulmedizin: Chefarzthonorar nicht an Fallzahlen knüpfen

Donnerstag, 29. November 2012

Berlin – Gegen Bonus- oder Malusregeln, die an das Erreichen bestimmter Fallzahlen geknüpft sind, hat sich die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin (AG Med) gewandt. „Fallzahlorientierte Bonus- oder Malusregelungen sind ethisch nicht verantwortbar“, heißt es in einer Resolution der AG Med. Sie gefährdeten die ärztliche Unabhängigkeit und zerstörten das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Arzt.

Zur AG Med gehören die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, die Bundes­ärzte­kammer, die Bundesvereinigung der Landeskonferenzen ärztlicher und zahnärztlicher Leiter von Kliniken, Instituten und Abteilungen der Universitäten und Hochschulen Deutschlands, die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland, die Deutsche Gesellschaft für Medizinrecht, der Deutsche Hochschulverband, der Marburger Bund und der Medizinische Fakultätentag.

Sie weisen gemeinsam darauf hin, dass sich die Krankenhäuser mit der Einführung des Fallpauschalensystems von Einrichtungen der Daseinsfürsorge in gewinnorientierte Unternehmen gewandelt hätten. Neben dem neuen Abrechnungssystem verstärkten der Konkurrenzdruck zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Krankenhäusern sowie Konzentrationsprozesse diesen Effekt.

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Bonusregeln in Chefarztverträgen seien aus diesem Grund mittlerweile die Regel. Sie beliefen sich teilweise auf über die Hälfte der Gesamtvergütung. Besonders betroffen seien Häuser der Maximalversorgung, insbesondere Universitätskliniken, weil das Fallpauschalen-System ihre Leistungen nur ungenügend abbilde.

„Der Arztberuf ist ein freier Beruf und kein Gewerbe“, bekräftigte die AG dagegen in der Resolution. Dieser Grundsatz der ärztlichen Berufsordnung müsse im Interesse der Patienten Vorrang vor ökonomischen Überlegungen haben.

Die AG Med fordert die Krankenhäuser daher zu einem Paradigmenwechsel bei Abschlüssen von Chefarztverträgen auf. Die bisher bestehenden quantitativen, ökonomisch ausgerichteten Parameter seien durch qualitative Parameter zu ersetzen. In Betracht kämen hier insbesondere medizinisch-qualitative Kriterien wie Operationsergebnisse, Patientensicherheit, aber auch Aufgaben in der Aus- und Weiterbildung sowie Personalführung. © hil/aerzteblatt.de

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