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Medizin

Wissenschaftler empfehlen Intrauterinpessare als sinnvolle Verhütung

Donnerstag, 29. November 2012

San Francisco – Das Risiko für eine entzündliche Beckenerkrankung ist nach der Einlage eines Intrauterinpessars (intrauterine device, IUD) sehr niedrig. Das berichten Wissenschaftler um Carolyn Sufrin von der University of California. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Obstetrics and Gynecology (doi:10.1097/AOG.0b013e318273364c).

Die Forscher fokussierten bei ihrer Studie auf Chlamydien- und Gonokokkeninfektionen als Risikofaktor für entzündliche Beckenkrankheiten. Auch asymptomatische Infektionen mit diesen Keimen galten laut den Wissenschaftlern bislang als Risiko für eine entzündliche Beckenerkrankung, ebenso wie Intrauterinpessare.

Die Forscher untersuchten in ihrer Studie 57.728 Studienteilnehmerinnen zwischen dem 14. und 19. Lebensjahr. Diese besaßen entweder ein Levonorgestrel- oder ein Kupfer-IUD. Anhand dem Einlege-Datum und dem Datum des Screenings auf Chlamy­dien und Gonokokken wurden die Studienteilnehmerinnen in vier Gruppen eingeteilt.

Die erste Gruppe erhielt eine Testung auf die Bakterien am Insertionstag, die zweite Gruppe einen Tag bis zu acht Wochen vor der Operation, die dritte Gruppe acht Wochen bis ein Jahr vor dem Einsetzen der Spirale und die vierte Gruppe erhielt kein Screening innerhalb des Jahres vor dem Einlegen des IUDs.

Die Wissenschaftler berichten, dass das Risiko für das Entstehen einer entzündlichen Beckenerkrankung bei nicht-gescreenten Frauen genauso hoch war wie bei gescreenten. Außerdem ließ sich nachweisen, dass ein Test am Tag der IUD-Einlage und eine sofortige Behandlung bei einem positiven Ergebnis kein höheres Risiko für eine entzündliche Beckenerkrankung beinhaltete als das Durchführen dieses Tests Wochen vor dem Einlegen des IUDs.

Die Studie belege die sichere Anwendung von IUDs, und zeige, dass Chlamydien- und Gonokokkentestungen am Tag der Einlage eines IUDs sicher durchführbar seien, so die Forscher. Die Wissenschaftler betonten außerdem, dass das Risiko für eine Infektion mit Chlamydien oder anderen Keimen nicht an der Kontrazeptionsmethode oder dem Screening-Zeitpunkt läge, sondern am Sexualverhalten.

Abschließend erklärten die Forscher, dass IUDs zu den sichersten und effektivsten Verhütungsmethoden gehörten und außerdem die Stärke vaginaler Blutungen, chronische Schmerzen im Beckenbereich und Endometriose positiv beeinflussen könnten. © hil/aerzteblatt.de

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