NewsMedizinKryptorchismus verdreifacht Hodenkrebsrisiko
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Kryptorchismus verdreifacht Hodenkrebsrisiko

Donnerstag, 29. November 2012

Glasgow – Ein Kryptorchismus oder Hodenhochstand bei der Geburt gefährdet nicht nur die spätere Zeugungsfähigkeit der Jungen. Nach einer Meta-Analyse in den Archives of Disease in Childhood (2012; doi; 10.1136/archdischild-2012-302051) ist auch das Hodenkrebsrisiko deutlich erhöht. Ein erhöhtes Krebsrisiko wird seit langem vermutet, das genaue Ausmaß ist jedoch nicht bekannt.

Ein Team um Robert Carachi vom Royal Hospital for Sick Children in Glasgow hat deshalb die Literatur zwischen 1980 und 2000 gesichtet: Neun Fall-Kontroll-Studien und drei Kohortenstudie wurden für eine Meta-Analyse ausgewählt. Das Ergebnis bestätigt das vermutete Risiko: Kinder mit einem Kryptorchismus hatten ein um den Faktor 2,90 erhöhtes Risiko im späteren Leben an einem Hodenkrebs zu erkrankten.

Anzeige

Mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,21 bis 3,82 ist die Assoziation (trotz einer Heterogenität der Studien) signifikant. Die Eltern müssen sich dennoch nicht allzu große Sorgen machen. Unter den 2,1 Millionen Knaben kam es gerade einmal zu 345 Erkrankungen. Trotzdem sollte ein Hodenhochstand (schon wegen der Auswirkungen auf die Fertilität) auf jedenfalls korrigiert werden, auch wenn laut Carachi nicht sicher ist, dass die Operation das Krebsrisiko beeinflusst. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. November 2019
Hamburg – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) stimmt in Teilen nicht mit dem Report des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Früherkennung von
Urologen sehen IQWiG-Bericht zum Hodenkrebs-Screening kritisch
11. Oktober 2019
Köln – Hodenkrebs ist selten, wird auch ohne regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen in den meisten Fällen rechtzeitig erkannt und ist gut behandelbar. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des
IQWiG erachtet Screening auf Hodenkrebs nicht als empfehlenswert
7. August 2019
Berlin/Hamburg – Vor gut einem Jahrzehnt startete das Zweitmeinungsprojekt Hodentumor auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Im Jahre 2018 wurde jeder dritte Patient mit neu
Zweitmeinung beim Hodentumor verbessert jede fünfte Therapieplanung
8. Juli 2019
Rochester – US-Forscher haben eine neue Autoimmunerkrankung entdeckt, die bei Männern mit Seminomen eine paraneoplastische Enzephalitis auslösen kann. Die Antikörper sind laut der Studie im New
KLHL11-Enzephalitis: Nach Hodenkrebs folgt Autoimmunerkrankung
22. Mai 2019
Berlin – Nach den S3-Leitlinien zum Prostatakarzinom, zum Nierenzellkarzinom und dem Harnblasenkarzinom folgt nun die vierte onkologische Leitlinie höchster Klassifikation: Erstmals wurde eine
Erste S3-Leitlinie Hodentumoren finalisiert
20. November 2018
Berlin – Eine neue Leitlinie auf dem Niveau S3 zum Thema Hodenkrebs ist im Leitlinienprogramm Onkologie erschienen. Darauf hat die Deutsche Krebsgesellschaft hingewiesen. Experten, aber auch
Neue S3-Leitlinie Hodentumor vorgestellt
9. Mai 2018
Edmonton/Kanada – Viele jüngere Männer, die einen bösartigen Hodentumor dank Strahlen- und/oder Chemotherapie überlebt haben, leiden später unter körperlicher, emotionaler und/oder geistiger
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER