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Medizin

Leben mit Tics

Freitag, 30. November 2012

Köln – Mindestens eins von zehn Schulkindern leidet unter einer vorübergehenden Tic-Störung. Eine besondere Form, das Tourette-Syndrom, findet man bei circa einem Prozent aller Kinder. Andrea G. Ludolph, Universitätsklinikum Ulm, und Koautoren berichten in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes über  Diagnostik und Therapiemöglichkeiten dieser Krankheitsbilder (Dtsch Arztebl  Int 2012; 109(48): 821–8).

Der Verlauf der meisten Tic-Störungen ist überwiegend gutartig. In der Adoleszenz gehen bei ungefähr 90 Prozent der Patienten die Tics spontan zurück. Eine spezifische Behandlung ist nur bei stärker aufgeprägten Tics oder erkennbarer psychosozialer Belastung notwendig. Bei 80–90 % der Patienten mit Tourette-Syndrom bestehen allerdings komorbide Störungen wie eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, Depression, Angst- und Zwangsstörungen. Sie beeinträchtigen die  Lebensqualität oft stärker als die Tics, daher ist ihre Behandlung  vorrangig.

Tourette-Syndrom und andere Tic-Störungen in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter

Das Tourette-Syndrom ist eine in der Kindheit beginnende neuropsychiatrische Störung, die durch motorische und vokale Tics gekennzeichnet ist. Das Syndrom wurde benannt nach Georges Albert Édouard Brutus Gilles de la Tourette (1857–1904), einem Schüler Charcots an der Salpetrière, der die erste Fallserie von Patienten mit dieser Störung publizierte.

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Tics können weder geheilt noch ursächlich behandelt werden. Ebenso wenig steht eine Therapie zur Verfügung, die alle potenziellen Symptome des Tourette-Syndroms inklusive der Komorbiditäten gleichzeitig erfasst. Mittel der ersten Wahl in der Behandlung von Tics sind atypische Neuroleptika.  Vor einer Pharmakotherapie sollte jedoch ein Behandlungsversuch mittels Verhaltenstherapie unternommen werden,  die mittlerweile gut evaluiert ist.  Die Studienlage zur psychopharmakologischen Therapie des Tourette-Syndroms ist nach wie vor schlecht. © Se/aerzteblatt.de

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