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Medizin

Suvorexant: Neues Mittel gegen Schlaflosigkeit

Freitag, 30. November 2012

Whitehouse Station/New Jersey – Die Blockade eines Neurotransmitters, der im Hypothalamus an der Weckreaktion beteiligt ist, kann bei Patienten die Schlafeffizienz verbessern. Dies zeigen Untersuchungen an Patienten mit primärer Insomnie in Neurology (2012, doi: 10.1212/WNL.0b013e31827688ee). Der Hersteller hat in den USA kürzlich die Zulassung als Schlafmittel beantragt.

Der Neurotransmitter Orexin (auch Hypocretin genannt) wurde erst 1998 entdeckt. Das Peptid wird in einer umschriebenen Region des Hypothalamus gebildet. Dort wirkt es einmal auf das Appetitzentrum (daher der Name). Orexin greift aber auch in die Regulation der Weckreaktion ein. Ein Defekt im Orexin-Rezeptor kann bei Hunden eine Narkolepsie auslösen. Auch beim Menschen wird diese Erkrankung heute mit einem Mangel an Orexin in Verbindung gebracht.

Eine vergleichbare Wirkung hat der Orexin-Rezeptor-Antagonist Suvorexant, den der US-Konzern Merck (MSD) als Schlafmittel vermarkten möchte. In einer randomisierten Phase-II-Studie wurde Suvorexant an 254 Patienten getestet, die an einer primären Insomnie, also einer Schlaflosigkeit ohne erkennbare Ursache oder Grunderkrankung litten.

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Die Patienten im Alter von 18 bis 64 Jahren verbrachten vor Beginn der Behandlung und nach 4 Wochen jeweils eine Nacht im Schlaflabor, wo in der Polysomnographie die Auswirkung von Suvorexant auf die Schlafeffizienz untersucht wurde. Die Schlafeffizienz gibt die Schlafdauer als Verhältnis zur Bettliegezeit an. Nach Auskunft des Herstellers kam es hier zu einer Verbesserung um 5 bis 13 Prozent. Die Wachzeiten der Patienten wurden um 12 bis 37 Minuten verkürzt.

Inzwischen hat der Hersteller auch drei Phase-III-Studien abgeschlossen, die Grundlage für die Zulassung bilden sollen. In zwei Studien mit etwa 1000 Teilnehmern wurden die Patienten über drei Monate mit Suvorexant oder Placebo behandelt. In beiden Studien, die im Juni auf der Fachtagung „Sleep Meeting“ in Boston vorgestellt wurden, gaben die Patienten unter Suvorexant deutlich kürzere Einschlafzeiten sowie eine um mehr als 60 Minuten längere Gesamtschlafdauer an.

In der dritten Studie an 781 Patienten, deren Ergebnisse im Herbst auf einer Tagung der European Sleep Research Society in Paris vorgestellt wurde, erwies sich Suvorexant auch über eine Therapiezeit von einem Jahr als sicher. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und eine vermehrte Schläfrigkeit am folgenden Tag. Vermehrte Schlafstörungen nach dem Absetzen sind nicht aufgetreten. Merck hat aufgrund der Ergebnisse im November bei der FDA die Zulassung zur Behandlung der primären Insomnie beantragt. Die Publikation der Phase-III-Studien steht noch aus. © rme/aerzteblatt.de

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