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Medizin

Neuer Kinaseinhibitor für das medulläre Schilddrüsenkarzinom

Freitag, 30. November 2012

Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA hat mit Cabozantinib den zweiten Kinase-Inhibitor zur Behandlung des medullären Schilddrüsenkarzinoms zugelassen. Das Medikament hatte in einer Phase-III-Studie das progressionsfreie Überleben deutlich verlängert. Ein Zulassungsantrag in Europa wurde gestellt.

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom ist ein Tumor der Calcitonin-produzierenden „C-Zellen“ der Schilddrüse. Mit einem Anteil von 5 bis 10 Prozent an den jährlich schätzungsweise 5,000 Schilddrüsenkrebserkrankungen in Deutschland ist der Tumor sehr selten. Er wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Da eine Chemotherapie nur geringe Ansprechraten erzielt, stand bis vor kurzem keine effektive Therapie zur Verfügung.

Im März 2011 wurde dann in Europa mit Vandetanib (Caprelsa) der erste Kinase-Inhibitor eingeführt. Das Medikament verlängerte das progressionsfreie Überleben gegenüber Placebo um etwa 11 Monate, allerdings zum Preis von zum Teil erheblichen Neben­wirkungen. Das Medikament darf deshalb nur bei fortgeschrittenen symptomatischen Erkrankungen eingesetzt werden.

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Demnächst dürfte auch in Europa mit Cabozantinib ein weiterer Kinase-Inhibitor eingeführt werden. Grundlage für die US-Zulassung waren die Ergebnisse der EXAM-Studie, an der 330 Patienten mit fortgeschrittenem Malignom teilnahmen. Cabozantinib verlängerte das progressionsfreie Überleben von 4,0 auf 11,2 Monate. Bei 27 Prozent der Patienten kam es über einen Zeitraum von durchschnittlich 15 Monaten zu einer Reduktion der Tumormasse, die im Placebo-Arm niemals beobachtet wurde.

Wie bei Vandetanib war am Ende der Studie ein Einfluss auf das Gesamtüberleben (noch?) nicht erkennbar. Die Verträglichkeit ist wie bei Vandetanib problematisch. Die US-Fachinformation enthält einen umrahmten Warnhinweis auf Darmperforationen (3 Prozent) und -fisteln (1 Prozent). Bei 3 Prozent der Patienten kam es zu schweren, in einigen Fällen tödlichen Blutungen. © rme/aerzteblatt.de

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