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Medizin

Anzahl der Syphilis-Erkran­kungen nimmt wieder zu

Montag, 3. Dezember 2012

Berlin – In den letzten Jahren ist es in Deutschland zu einem deutlichen Anstieg der Syphilis-Erkrankungen gekommen. Betroffen sind laut einem Bericht im Epidemiologischen Bulletin (2012; 48: 481-486) überwiegend Männer, die Sex mit Männern haben (MSM).

Seit das Infektionsschutzgesetz die Labors zur Meldung aller Erkrankungen verpflichtet, gibt es für Deutschland verlässliche Zahlen zur Syphilis. Die Entwicklung zeigt nach einem anfänglichen Anstieg, einem Plateau zwischen 2004 und 2008 und einem kurzem Abfall in 2009 wieder eine steigende Tendenz. Sie ist ausschließlich auf Männer beschränkt: Zwischen 2009 und 2011 stieg die Zahl um nicht weniger als 34 Prozent (von 2.573 auf 3.455).

Die meisten Erkrankungen traten bei MSM auf. Dies wird bereits aus der geographische Verteilung klar. Die Erkrankungen konzentrieren sich auf  Köln, Frankfurt am Main, München und Berlin, wo viele Homosexuelle leben. Hier gab es zwischen 2009 und 2011 einen deutlichen Anstieg, aber auch in Münster, Dresden und Dortmund nahm die Zahl der Meldungen zu. In Dortmund war dies teilweise die Folge einer Epidemie, die von weiblichen Prostituierten gestreut wurde. Ansonsten ist der Anteil der Frauen an den Erkrankten gering. Er liegt bei 6,8 Prozent.

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Die Erkrankungen werden keinesfalls immer frühzeitig bemerkt: Nur etwa ein Drittel der Diagnosen entfällt auf ein Primärstadium, bei je einem weiteren Drittel wird die Lues im Sekundärstadium oder im Stadium der Früh- oder Spätlatenz diagnostiziert. Hin und wieder werden Kinder mit konnataler Syphilis geboren: 2010 gab es einen, im Jahr 2011 zwei 2 Fälle.

Die Ursache für den Anstieg liegt auf der Hand. Angesichts der guten Behandlungs­ergebnisse werden vor allem MSM unvorsichtiger. Kondome sind aber nach wie vor die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit der Prävention von Syphilis sowie HIV und anderer sexuell übertragener Infektionen.

Für das Robert Koch-Institut bleibt die Verwendung von Kondomen deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Präventionsstrategie. Angesichts steigender Zahlen wird asymptomatischen MSM geraten, sich regelmäßig auf Syphilis testen zu lassen, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. © rme/aerzteblatt.de

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