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Gemeinsames Musizieren verbindet

Dienstag, 4. Dezember 2012

dpa

Berlin – Die Gehirne von Musikern, die zusammen spielen, synchronisieren sich – auch wenn die Musiker in unterschiedlichen Tonlagen spielen. Das berichten Forscher des Max Planck Institutes für Bildungsforschung in Berlin in der Zeitschrift Frontiers in Human Neuroscience. (doi: 10.3389/fnhum.2012.00312). Die Forschungsgruppe um Johanna Sänger zeichnete mit Hilfe von Elektroden die Hirnströme von Gitarristen auf, während diese ein Duett spielten.

Schon 2009 hatte eine Forschungsgruppe um Ulman Lindenberger eine synchrone Hirnaktivität zwischen Musikern beschrieben, die dasselbe Stück spielten. Die neue Studie geht noch einen Schritt weiter: Es ging den Forschern um die Frage, ob die Gehirne der Musiker sich auch dann synchronisieren, wenn die Musiker dasselbe Stück in verschiedenen Tonlagen spielen.

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Um die Hypothese zu überprüfen, teilten die Forscher 32 erfahrene Gitarristen in Duett-Paare. Von jedem Musiker maßen sie die Aktivität in den verschiedenen Hirnregionen. Die Gitarristen mussten 60mal eine Sequenz der „Sonata in G Major“ von Christian Gottlieb Scheidler spielen. Dabei stellten die Forscher den Duett-Partnern geringfügig unterschiedlich Aufgaben: Jeder Musiker musste in einer unterschiedlichen Tonlage spielen und jeweils einer von beiden war dafür verantwortlich, dass beide simultan begannen und das gleiche Tempo hielten. Folglich übernahm ein Musiker die Führung und der andere folgte ihm.

Die Hirnaktivitäten der Duett Partner zeigten laut der Arbeitsgruppe aufeinander abgestimmte Hirnschwingungen, sogar dann, wenn beide in unterschiedlichen Tonlagen spielten. Die synchrone Aktivität, Phasenkohärenz genannt, deutet auf eine direkte neurale Basis für zwischenmenschliche Koordination hin, berichten die Wissenschaftler.

Diese Phasenkohärenz stelle sich aber wahrscheinlich nicht nur beim Musizieren ein. „Wir denken, dass die Hirnströme unterschiedlicher Personen sich auch dann synchronisieren, wenn diese Personen gemeinsam Sport treiben oder miteinander kommunizieren“, so Sänger. © hil/aerzteblatt.de

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