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Medizin

„Pille“ verdoppelt Thromboserisko bei polyzystischen Ovarien

Dienstag, 4. Dezember 2012

Rockville – Die beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) häufig verordneten kombinierten hormonellen Kontrazeptiva steigern das Risiko von venösen Thromboembolien, das bei den Frauen bereits krankheitsbedingt erhöht ist. Dies geht aus einer Studie im Canadian Medical Association Journal (2012; doi: 10.1503/cmaj.120677) hervor.

Oligo- beziehungsweise Anovulation, Hyperandrogenismus und polyzystische Ovarien sind bei Frauen im reproduktiven Alter weit verbreitet. Schätzungsweise 15 Prozent erfüllen die Rotterdam-Kriterien, die zwei der drei genannten Zeichen fordern. Viele der betroffenen Frauen nehmen die „Pille“, da die Hormonpräparate häufig Hirsutismus und Hyperandrogenämie bessern. Die Therapie ist nicht unumstritten, da die Hormone das krankheitsbedingte Risiko von venösen Thromboembolien weiter steigern könnten.

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Steven Bird von der US-Arzneibehörde FDA in Rockville hat jetzt in einer Analyse von Versichertendaten das Risiko quantifiziert. Dazu stellte er 46.876 PCOS-Patientinnen, die hormonelle Kontrazeptiva einnahmen, einer (in etwa) gleichen Anzahl von Anwenderinnen ohne PCOS gegenüber. Die Inzidenz von venösen Thromboembolien war mit 23,7 gegenüber 10,9 auf 10.000 Personen-Jahre mehr als verdoppelt: Relatives Risiko 2,14 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,41-3,24).

Das Risiko von venösen Thromboembolien war aber auch bei PCOS-Patientinnen erhöht, die keine hormonellen Kontrazeptiva einnahmen. Bird ermittelte hier eine Inzidenz von 6,3 pro 10.000 Personen-Jahre gegenüber 4,1 pro 10.000 Personenjahre bei Frauen, die weder an einem PCOS leiden noch die „Pille“ nehmen: Relatives Risiko 1,55 (1,10-2,19). © rme/aerzteblatt.de

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