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Initiative hilft bei psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Berlin – Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS hat eine Initiative gegen psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt gestartet. Im Rahmen des Projektes „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ (psyGA) bietet es Unternehmen im Internet praxisnahe Lösungen zu dem Thema.

Laut BMAS nimmt die Arbeitsunfähigkeit unter Beschäftigten aufgrund psychischer Erkrankungen deutlich zu. Wie der BKK Gesundheitsreport 2011 zeige, waren 2010 bereits zwölf Prozent aller Arbeitsunfähigkeitszeiten psychisch bedingt – ein massiver Anstieg gegenüber 1980 (zwei Prozent).

Die Folgen sind erheblich: Rund 763.000 Erwerbstätigkeitsjahre gehen nach Schätzungen dadurch mittlerweile verloren, so das BMAS. Deshalb soll das Projekt Unternehmen umfassende Hilfestellung für die Förderung der psychischen Gesundheit im Betrieb bieten. Über ein das Web-Portal erhalten Führungskräfte sowie Mitarbeiter konkrete Unterstützung für ihren Arbeitsalltag.

Dazu gehören neben umfangreichen Informationen zur psychischen Gesundheit auch praktische Tipps, diverse Best-Practice-Beispiele, vielfältige Arbeitshilfen sowie Tests zur Selbsteinschätzung. Die Handlungsfelder reichen von Fragen der Führungskultur über Aspekte der zunehmenden Arbeitsverdichtung und der Work-Life-Balance bis hin zum Umgang mit Konflikten. Das Portal richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und bietet handhabbare Lösungen für die Praxis.

Unterdessen haben die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) und das Deutsche Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM) gefordert, psychosomatische Erkrankungen unbedingt von Spezialisten behandeln zu lassen. Den Fachverbänden zufolge leiden rund zwanzig Prozent aller deutschen Hausarzt-Patienten an körperlichen Beschwerden, für die es keine ausreichende organische Erklärung gibt.

Dabei dauere es durchschnittlich sechs Jahre, bis die Betroffenen eine psychoso­ma­tische Behandlung erhalten. Die Symptome der sogenannten somatoformen Störungen reichen laut DGPM und DKPM von Kopf- oder Rückenschmerzen über Erschöpfung und Atemnot bis hin zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. „Das Krankheitsspektrum in Deutschland hat sich tiefgreifend verändert: Psychische und psychosomatische Störun­gen sind eine Herausforderung für die Gesellschaft und müssen adäquat behandelt werden“, betonte DGPM Vorsitzender Johannes Kruse.

Dabei erfolgt die psychosomatische Grundversorgung zunächst meist in der Hausarzt­praxis. „Viele medizinische Fachgebiete fordern inzwischen von ihren Ärzten zu Recht eine psychosomatische Basiskompetenz“, erläuterte Kruse. Wenn diese erste Stufe der Versorgung nicht mehr ausreiche, dann seii der Spezialist gefragt. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Annette W.
am Donnerstag, 6. Dezember 2012, 10:22

früher in Behandlung kommen

Da eben, wie im Artikel beschrieben, sehr viele Betroffene z.T. sehr lange nicht ahnen oder sich nicht eingestehen wollen, dass psychische Probleme hinter den somatischen Beschwerden liegen (können), hat die Deutsche DepressionsLiga just in dieser Woche eine Plakatkampagne zur Aufklärung und Sensibilisierung gestartet. Hausärzte, aber auch andere Fachärzte, Apotheken oder andere Gesundheitseinrichtungen können kostenlos Plakate mit den klassischen Depressionssymptomen und ausgewählten hilfreichen Einrichtungen / Internetadressen anfordern und in ihrer Praxis aufhängen. So sollen Patienten ermutigt werden, ihren Arzt auf ihre Problem hin anzusprechen.
Die Plakate können hier http://www.depressionsliga.de/newsbeitrag/items/Plakate_zu_Haus%C3%A4rzten.html eingesehen werden, zur Pressemeldung geht es hier: http://www.gesundheit-adhoc.de/plakataktion-bei-hausaerzten-2.html.

Die Deutsche DepressionsLiga ist die Patientenvertretung depressiv erkrankter Menschen, arbeitet rein ehrenamtlich und setzt sich für die Belange der Betroffenen ein.
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