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Ärzteschaft

KBV-Beschluss: Fachärzte in der Grundversorgung besser bezahlen

Samstag, 8. Dezember 2012

Berlin – Eine große Mehrheit der Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) will, dass neben den hausärztlichen auch die ambulanten fachärztlichen Grundversorger gestärkt werden. Deshalb soll unter anderem eine fachärztliche Grundversorgungspauschale im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) vorgesehen werden, der derzeit überarbeitet wird. Das hat am 7. Dezember  in Berlin eine Abstimmung über einen entsprechenden Vorschlag des KBV-Vorstands ergeben.

Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Köhler hatte zuvor den Handlungsbedarf verdeutlicht : „Die konservativ tätigen beziehungsweise eher betreuungsintensiv arbei­ten­­den fachärztlichen Grundversorger waren bisher die Verlierer jeglicher EBM-Re­form.“ Finanziert werden soll die Besserstellung der Fachärzte in der Grundversorgung zum einen aus Honorarsteigerungen, die für diesen Versorgungsbereich in Zukunft verhandelt werden. Köhler machte aber zugleich deutlich, dass er darüber hinaus durch eine Absenkung bei der Bewertung bestimmter technischer Leistungen Spielräume für eine bessere Honorierung fachärztlicher Grundversorger sieht. Infrage kämen Absenkungen bei der Humangenetik, der Nuklearmedizin und der Strahlentherapie.

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Dem Beschluss der KBV-VV, den EBM wie vom Vorstand vorgeschlagen weiterzu­entwickeln, ging eine längere und intensive Diskussion voraus. Zwar war sich die VV einig, dass die fachärztlichen Grundversorger gestärkt werden sollen. Über die Art und Weise und das Tempo der Anpassung herrschten jedoch unterschiedliche Auffassungen vor. Norbert Metke, Baden-Württemberg, gehörte zu denjenigen, die sich vehement für eine spürbare und rasche Besserstellung der fachärztlichen Grundversorger einsetzten. Unternehme man nichts, verschwänden diese Kollegen aus der Versorgung, warnte Metke.

Die operierenden Augenärzte in seinem Bundesland kämen im Vergleich zu ihren konservativ tätigen Kollegen nach entsprechender Berücksichtigung unterschiedlicher Kosten auf einen dreimal so hohen Fallwert, rechnete Metke vor. Dies dürfe nicht sein, denn: „Eine Stunde Arzt ist eine Stunde Arzt.“

Peter Potthoff, Nordrhein, warnte dagegen vor übereilten Entscheidungen zugunsten der fachärztlichen Grundversorger: Es bestehe die Gefahr, dass je nach Definition „die Fachärzteschaft aufgeteilt wird“. Deshalb benötige eine Neustrukturierung in diesem Bereich einen längeren Vorlauf.

In den nächsten Wochen werden die Konzepte zur neuen hausärztlichen und zur neuen fachärztlichen Honorierung überarbeitet und mit Hilfe von Simulationsmodellen präzisiert. KBV-Vorstand Köhler kündigte an, darüber auch mit dem GKV-Spitzenverband Gespräche aufzunehmen. © Rie/aerzteblatt.de

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