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Politik

Operationen: Bahr lässt Mengenentwicklung untersuchen

Montag, 10. Dezember 2012

Daniel Bahr dapd

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr will gegen medizinisch nicht notwendige Operationen vorgehen. Der FDP-Politiker sagte der Zeitung Die Welt vom Samstag, solche unnötigen Eingriffe belasteten die Kranken wie auch die Mitarbeiter in den Kliniken.

Bahr erinnerte daran, dass die Bundesregierung die Krankenkassen und Krankenhäuser gesetzlich dazu verpflichtet habe, „die Mengenentwicklung in den Kliniken wissen­schaftlich untersuchen zu lassen“. Dies werde bis Mitte 2013 geschehen. „Auf der Grundlage der Ergebnisse werden wir dann weitere Maßnahmen in Angriff nehmen, wenn es notwendig ist“, kündigte Bahr an.

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Der Gesundheitsexperte der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), forderte in der Zeitung: „Wir müssen die Anreize anders setzen, Operationen dürfen nicht ökonomisch begründet sein.“ So setze sich die Union für volle Transparenz ein, was die Bonusverträge für Chefärzte angehe.

Hintergrund der Debatte ist der offenkundig sprunghafte Anstieg von Operationen, die als medizinisch nicht notwendig erachtet werden. So hat sich nach Angaben der AOK die Zahl der Eingriffe an Wirbelsäulen bei ihren Versicherten zwischen 2005 und 2010 mehr als verdoppelt. Laut AOK ist gerade bei Operationen, die besonders hoch entlohnt werden, ein auffällig starker Anstieg feststellbar.

Die DKG widersprach den Behauptungen, nach denen die Krankenhäuser aus ökono­mischen Gründen und unnötig die Zahl der Operationen steigerten. „Erbringen die Krankenhäuser nicht vereinbarte zusätzliche Leistungen, beträgt der Abschlag 65 Prozent von der Fallpauschale. Finanzielle Anreize zu Mehrleistungen bestehen in diesem System nicht“, hieß es aus der DKG. © dapd/EB/aerzteblatt.de

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