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Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Ernährungsexperten verbessern

Montag, 10. Dezember 2012

dpa

Berlin – Bei der ersten „Fachkonferenz für vegetarische Ernährung in der Gesundheits­versorgung“ gestern in Berlin haben Mediziner und Ernährungswissenschaftler eine bessere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Ernährungsberatern oder Diätassistenten gefordert. Auf der Tagung ging es vor allem um die Vorteile der vegetarischen Ernährung: „Vegetarier haben seltener Übergewicht, ein geringeres Diabetes-Risiko und sterben nicht so oft an Herz-Kreislauf- Erkrankungen“, hieß es von der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, die die Tagung mit ausrichtete.

„Fleischkonsum ist ein unabhängiger Risikofaktor“, sagte Markus Keller vom Institut für alternative und nachhaltige Ernährung. Die Daten zeigen allerdings auch, dass der Verzehr von unbehandeltem Fleisch einmal pro Woche aus medizinischer Sicht unbedenklich sei.

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„Eine vollwertige vegetarische Ernährung mit einem hohen Anteil an pflanzlicher Kost ist aus ernährungswissenschaftlich-medizinischer Sicht empfehlenswert“, sagte Claus Leitzmann, ehemaliger Leiter des Gießener Instituts für Ernährungswissenschaften. Auch eine rein pflanzliche, also vegane, Ernährung sei bedarfsgerecht und gesundheitlich sinnvoll, solange die Kost vielfältig und qualitativ hochwertig sei, und auf eine ausreichende Vitamin-B12-Zufuhr geachtet werde.

Bedauerlich sei allerdings, dass diese Erkenntnisse beim Patienten kaum ankämen. Ein Grund dafür sei, dass auch von der Ärzteschaft die Vorzüge einer überwiegend pflanzlichen Ernährung bislang kaum wahrgenommen würden, so das Credo des Plenums. „Dass der Fleischverzehr gesundheitlich bedenklich ist, wissen wir inzwischen aus den großen epidemiologischen Studien. Die Frage derzeit lautet eher: Wie protektiv ist welche Form der vegetarischen Ernährung und was bedeutet dies für die Praxis“, sagte Andreas Michalsen von der Berliner Charité.

Ein strukturelles Defizit sei die mangelnde Vernetzung der Ärzte mit Ernährungsberatern oder Diätassistenten. Die Mediziner verwiesen ihre Patienten zu selten zur Ernährungs­beratung an die entsprechenden Fachleute, obwohl ausreichend geschultes Personal vorhanden sei und die Kassen diese Leistungen übernähmen. „Die Evidenz ist da, leider kommt davon sehr wenig in der Praxis an. Vegetarische Ernährungsformen sind bisher nicht im Fokus der Ärzte“, so Michalsen.

Die Tagung „VegMed“ wurde von der Charité-Universitätsmedizin, der Hochschulam­bulanz für Naturheilkunde am Immanuel-Krankenhaus, dem Vegetarierbund Deutschland und der Carstens-Stiftung organisiert und richtete sich an Ärzte, Diätassistenten, Gesundheitsberater und Ernährungswissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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