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Medizin

Vorsicht: Leberschäden durch Lenalidomid

Montag, 10. Dezember 2012

München – Der Immunmodulator Lenalidomid, der zur Behandlung des multiplen Myeloms eingesetzt wird, kann schwere Leberschäden auslösen. Der Hersteller rät in einem Rote-Hand-Brief zu regelmäßigen Kontrollen der Leberfunktion. Beachtet werden muss auch die Notwendigkeit der Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion.

Leberfunktionsstörungen unter Lenalidomid sind offenbar nicht ungewöhnlich. Der Hersteller gibt die Häufigkeit aufgrund einer Analyse seiner Pharmakovigilanz-Datenbank mit 0,67 Prozent an. Überwiegend handelt es sich wohl um leichtere Fälle. Die Melde­raten zu Leberinsuffizienz, -fibrose und –zirrhose, Cholestase und Gelbsucht sowie von nicht-infektiöser Hepatitis seien niedrig, teilt Celgene mit.

Es habe aber „einige wenige Fälle mit tödlichem Verlauf“ gegeben. Da viele Patienten unter einer fortgeschrittenen malignen Erkrankung leiden, fällt die Zuordnung zur Medikation nicht einfach, ein Kausalzusammenhang zwischen Lenalidomid und Lebererkrankungen könne aber nicht ausgeschlossen werden, heißt es in der Mitteilung.

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Die Pathomechanismen sind nicht bekannt, zu den Risikofaktoren gehören aber Leber- und Nierenfunktionsstörungen in der Vorgeschichte sowie begleitende Leberinfektion oder Begleitmedikamente, von denen bekannt ist, dass sie schwere Leberfunktions­störungen auslösen können, wie beispielsweise Paracetamol. Da Lenalidomid über die Nieren ausgeschieden wird, muss die Dosis bei einer eingeschränkten Nierenfunktion angepasst werden.

Der Hersteller empfiehlt eine Überwachung der Leberfunktion insbesondere bei gleichzeitig bestehenden oder in der Vorgeschichte vorkommenden viralen Leberin­fektionen oder wenn Lenalidomid in Kombination mit anderen potenziell leberschädigenden Medikamenten verabreicht wird. © rme/aerzteblatt.de

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