NewsMedizinPatienten wissen wenig über den Beruf des Radiologen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Patienten wissen wenig über den Beruf des Radiologen

Dienstag, 11. Dezember 2012

dapd

Chicago – Vielen Patienten ist unklar, worin die Arbeit von Radiologen besteht. Sogar Patienten, die sich einer radiologischen Untersuchung unterzogen haben, wissen oft wenig über die Arbeit der Fachleute. Das legt eine Studie der Indiana University School of Medicine in Indianapolis nahe. Die Wissenschaftler um Peter Miller meinen aber, dass die Ergebnissen ihrer Studie Ansatzpunkte dafür liefern, worüber Radiologen ihre Patienten stärker informieren sollten. Sie stellten ihre Untersuchung auf der Jahresversammlung der Radiological Society of North America (RSNA) vor.

Miller und seine Arbeitsgruppe bezogen 307 erwachsene Patienten in die Studie ein, von denen die Hälfte einen Hochschulabschluss hatte und sich alle einer computertomo­graphischen Untersuchung unterzogen hatten. Über vier Monaten fragten Forscher die ausgewählten Probanden, ob sie Interesse daran hätten, einen Radiologen zu treffen und im Anschluss zwei kurze Fragebögen auszufüllen. Darin ging es um Radiologen und ihre Rolle im Gesundheitssystem.

Anzeige

64 Prozent der Befragten geben an, kaum etwas über Radiologen zu wissen. 83 Prozent wiederum halten es für wichtig zu wissen, wer die Bildgebung deutet. „Es ist wichtig beziehungsweise sehr wichtig zu wissen, was die Patienten über Radiologen wissen wollen, um die Patientenversorgung zu verbessern“ sagt Miller. In der Tat äußern mehr als 85 Prozent der Befragten großes bis sehr großes Interesse daran, eine Kopie des Befundberichtes vom Radiologen zu erhalten.

Müller fügte hinzu, dass Patienten glücklich darüber waren, wenn sie sich mit einem Radiologen  das Bildmaterial besprechen konnten. 70 Prozent der Probanden, die einen Radiologen trafen, bewerteten die bildgebende Untersuchung als sehr positiv. In der Gruppe der Patienten, die keinen Radiologen trafen, bewerteten bis zu 53 Prozent der Patienten die Bildgebung als positiv.

„Diese Ergebnisse sind wichtige Erkenntnisse für die Ausübung des Berufes als Radiologe“ sagte Richard Gundermann, Vize-Vorsitzender der Radiologie an der Universität Indiana. Eine Änderung der Infrastrukturen und des Arbeitsprozesses in den radiologischen Abteilungen sei sinnvoll, um mehr mit den Patienten zu sprechen.

Außerdem könnten Radiologen das Publikum über soziale Netzwerke, Werbung, elektronische Medien oder Druckmaterial erreichen. Laut der Untersuchung wünschen sich mehr als 62 Prozent der Probanden ein Internetportal mit Biografien und Bildern ihrer Radiologen.  © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. November 2020
Würzburg – Dieser Moment der modernen Medizin war ein Zufall: Es ist Freitag, der 8. November 1895, spät abends. Wilhelm Conrad Röntgen experimentiert mit elektrischen Entladungen in einer nahezu
125 Jahre Röntgenstrahlung: Eine zufällige Sternstunde der Medizin
18. September 2020
Boston – Ein mobiler Magnetresonanztomograf, der ohne Kühlung auskommt, keine magnetische Abschirmung benötigt und den Strom aus einer normalen Steckdose bezieht, hat sich auf einer neurologischen
Mobiler Magnetresonanztomograf hilft Neurologen am Krankenbett
16. September 2020
Bern – Eine Mutation, die Krebszellen daran hindert, Doppelstrangbrüche ihrer DNA zu reparieren, erhöht beim Endometriumkarzinom offenbar die Erfolgschancen einer Strahlentherapie. Die in Cell Reports
Endometriumkarzinom: Gen könnte Erfolg einer Radiotherapie beeinflussen
14. Juli 2020
Hamburg/Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie kritisiert einen Health-Technology-Assessment-Bericht (HTA) zur Fusionsbiopsie bei Verdacht auf Prostatakrebs, den das Institut für Qualität und
Urologen sehen Nutzen einer Fusionsbiopsie bei Verdacht auf Prostatakrebs
11. Juni 2020
Tokio − Das in Kontrastmitteln für die Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzte Metall der seltenen Erden Gadolinium gelangt über die Abwässer in die Umwelt. In Tokio, der Hauptstadt des
Magnetresonanztomografie: Gadolinium aus Kontrastmitteln gelangt zunehmend in die Umwelt
26. Mai 2020
Berlin – Die mit Luft gefüllte Lunge gilt eigentlich als schlecht sonografierbar. Für die Einschätzung sowie Verlaufskontrolle von COVID-19-Patienten in der Notaufnahme und auf der Intensivstation
Lungenultraschall erlaubt schnelle Verlaufskontrolle bei COVID-19
20. Mai 2020
New York − Während einer Epidemie mit einem hoch ansteckenden Erreger wie SARS-CoV-2 kann eine rasche Diagnose eine nosokomiale Ausbreitung verhindern. Eine Klinik im Epizentrum der Epidemie
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER