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Krankschreibungen wegen Burnout: Steigerung um Faktor 19 in sieben Jahren

Dienstag, 11. Dezember 2012

Berlin – Neue Zahlen zu den Krankmeldungen in Deutschland hat heute der Bundesver­band der Betriebskrankenkassen (BKK) vorgelegt. Laut der Interpretation des Kassen­verbandes haben Arbeitsunfähigkeitsmeldungen wegen Burnout in den vergangenen sieben Jahren um den Faktor 19 zugenommen. In der ICD-10 wird dieser Zustand aber lediglich als Einflussfaktor erfasst, das Syndrom selbst wird nicht als eigenständige Krankheit behandelt. Die Daten beziehen sich daher auf den IDC-Schlüssel Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“.

Fehltage wegen psychischer Leiden sind in den ersten drei Quartalen 2012 laut den BKK-Daten um zehn Prozent gestiegen. „Keine andere Krankheitsart weist solche dynamischen Steigerungsraten auf“, hieß es aus dem Kassenverband.

Die monatsdurchschnittlichen Krankenstandwerte lagen von Januar bis Oktober 2012 bei 4,2 Prozent. Muskel- und Skeletterkrankungen verursachen bei den beschäftigten Pflichtmitgliedern mit 26 Prozent die meisten Krankentage, gefolgt von Atemwegs­erkrankungen (14 Prozent). Zum ersten Mal stehen die psychischen Erkrankungen mit 13 Prozent aller Krankentage an dritter Stelle der Statistik.

Kürzere Krankschreibungen bis zu einer Woche machen zwei Drittel der Fälle aus, verursachen aber nur 17 Prozent der krankheitsbedingten Fehltage. Krankmeldungen über sechs Wochen sind dagegen für fast die Hälfte der Krankheitstage verantwortlich (47 Prozent), obwohl ihr Anteil an den Arbeitsunfähigkeitsfällen nur etwa vier Prozent beträgt.

Der BKK Bundesverband erfasst und analysiert die gesundheitlichen Befunde von 4,8 Millionen beschäftigten Pflichtmitgliedern. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #659757
leistungsklima
am Mittwoch, 12. Dezember 2012, 22:32

Herangehensweise muss geändert werden!

Die Zahlen werden auch weiterhin steigen, wenn sich an der Herangehensweise nichts ändert. Lange Zeit beschränkte sich die Burnout-Prävention auf den betroffenen Menschen. GLS™ beschreibt schon seit über einem Jahr, das Burnout in einem ungesunden Leistungsklima entsteht. Jetzt zieht die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) nach: " Aus Sicht der Fachgesellschaft ist es kurzsichtig, einen stressbelasteten Arbeitnehmer in der Arztpraxis so zu behandeln, das er widrige Arbeitsbedingungen eine weitere Zeit erträgt, ohne die Ursachen für den Erschöpfungs­zustand zu beseitigen".
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