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Ärzteschaft

Hausärztemangel wird sich weiter verstärken

Mittwoch, 12. Dezember 2012

dpa

Düsseldorf/Berlin – Der Hausärztemangel wird sich weiter verstärken. Gleichzeitig sind über alle Fachgruppen hinweg nur wenige Ärzte bereit, sich in ländlichen Regionen niederzulassen. Das sind die Kernaussagen der Existenzgründungsanalyse für Ärzte 2011 der Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und des Zentralinstituts für die kassen­ärztliche Versorgung (ZI).

Bereitschaft zur Niederlassung sinkt
Danach nimmt unter den Ärzten die Bereitschaft ab, sich in einer hausärztlichen Praxis niederzulassen. Im Augenblick sind im Westen 44,9 Prozent der Vertragsärzte als Hausärzte niedergelassen, im Ost sind es 46,4 Prozent. Bei den Existenzgründern sind es aber nur 27,7 beziehungsweise 30,3 Prozent. „Es rücken nicht genügend Hausärzte nach. Die Schere geht immer weiter auseinander – besonders im Osten. Darin sehen wir eine Gefahr für die wohnortnahe Versorgung“, sagte Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Apobank.

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161.000 Euro für eine Einzelpraxis
Die teuerste Form der Existenzgründung war in den alten Bundesländern mit 161.000 Euro die Übernahme einer Einzelpraxis. In den neuen Bundesländern kostete sie durchschnittlich 121.000 Euro. „Die Zahlen zeigen, dass das vermeintliche finanzielle Risiko einer Existenzgründung überschaubar ist. Der Grund, warum sich immer weniger Hausärzte niederlassen, ist also nicht hier zu suchen, sondern in den generellen Rahmenbedingungen“, so Heßbrügge.

Die Analyse zeigt weiterhin, dass immer mehr Ärzte in die Kooperation gehen. Bundes­weit entschied sich über alle Fachgruppen hinweg fast jeder Zweite für die kooperative Berufsausübung (49,4 Prozent). Im Westen lag der Anteil bei 53,2 Prozent, im Osten bei 30,0 Prozent. „Im Westen sind Kooperationen stärker verwurzelt. Aber der Osten holt auf. Innerhalb von nur einem Jahr ist der Anteil von 25 auf 30 Prozent gestiegen“, sagte Dominik Graf von Stillfried, Geschäftsführer des ZI.

Großstädte ziehen Ärzte an
Insgesamt hat sich im Betrachtungszeitraum mehr als jeder zweite Arzt in den alten Bundesländern in einer Großstadt selbständig gemacht (51,2 Prozent). Auf dem Land war es etwa jeder Fünfzigste (2,3 Prozent). Auch in den neuen Bundesländern lag die Großstadt in der Gunst der Ärzte vorne (38,8 Prozent). Für eine Praxis auf dem Land entschieden sich nur 3,0 Prozent.

Datenbasis der Analyse sind ärztliche Existenzgründungen 2010/2011, welche die Apobank begleitet hat. Diese werden seit 1984 erfasst und anonymisiert ausgewertet. Die statistische Bearbeitung haben Apobank und ZI gemeinsam vorgenommen. © hil/aerzteblatt.de

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