Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Plötzlicher Herztod auch bei Wenigrauchern

Mittwoch, 12. Dezember 2012

dpa

Boston – Die atherogene Wirkung des Tabakrauchs ist lange bekannt. Eine Folge kann ein plötzlicher Herztod sein, der in der Nurses' Health Study mit den Jahren und der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten zunahm. In einer Auswertung in Circulation (doi: 10.1161/​CIRCEP.112.975219) war das Risiko schon bei leichten Raucherinnen nachweisbar und nach einem Rauchstopp erst nach einem langen Intervall „reversibel“.

Von den 101.018 Teilnehmerinnen der Nurses' Health Study, die 1980 noch nicht an einer koronaren Herzkrankheit oder einem Schlaganfall erkrankt waren, sind in den folgenden 30 Jahren 351 an einem plötzlichen Herztod gestorben. Man darf annehmen, dass der Tod häufig die Folge einer koronaren Herzkrankheit war, deren erstes Zeichen durchaus ein schwerer Herzinfarkt sein kann, bei dem jegliche medizinische Hilfe zu spät kommt.

Die Assoziation mit dem Rauchen ist bekannt, und die Zahlen, die Roopinder Sandhu vom Mazankowski Heart Institute in Edmonton in der kanadischen Provinz Alberta und Mitarbeiter jetzt vorlegen, sind eindeutig: Aktive Raucherinnen hatten – nach Berücksichtigung anderer koronarer Risikofaktoren – ein zweieinhalbfach erhöhtes Risiko auf einen plötzlichen Herztod (Hazard Ratio HR 2,44; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,80-3,31).

Für eine kausale Beziehung spricht, dass das Risiko linear mit der Dauer des Konsums und der Menge der gerauchten Zigaretten steigt. Sandhu kann bereits für das sogenannte „leichte“ Rauchen mit einem Konsum von 1 bis 14 Zigaretten am Tag ein um 84 Prozent (HR 1,84; 1,16-2,92) erhöhtes Risiko nachweisen. Das Risiko steigt alle 5 Jahre fortgesetzten Konsums um 8 Prozent (HR 1,08; 1,05-1,12). Da die Atherosklerose nicht (wirklich) reversibel ist, sinkt das Risiko nach dem Raucherstopp nur langsam. Ex-Raucherinnen hatten erst nach 20 Jahren das Niveau von lebenslangen Nichtraucherinnen erreicht.

Für die einzelne Frau (oder auch Mann) ist die Gefahr aufgrund des Rauchens einen plötzlichen Herztod zu erleiden, sicherlich gering. Auf Bevölkerungsebene könnte sich eine Raucherabstinenz jedoch auszahlen, auch wenn Sandhu keine Zahlen zum attributablen Risiko angibt. In Deutschland sterben jedes Jahr schätzungsweise 100.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

FalaSerio
am Dienstag, 18. Dezember 2012, 12:16

Edmonton...

Nur so nebenbei:
Die Stadt Edmonton und somit auch Alberta liegen in Kanada und nicht in den USA.

Das ist natürlich richtig, herzlichen Dank für den Hinweis! Redaktion DÄ

Nachrichten zum Thema

11.05.17
Rauchen: Mehr Lungenkrebs­todesfälle unter ostdeutschen Frauen
Rostock – In den neuen Bundesländern werden in den nächsten Jahrzehnten deutlich mehr Frauen im mittleren Lebensalter an Lungenkrebs sterben, während die Zahl in Westdeutschland abnimmt. Dies geht aus......
28.04.17
Autismus: Rauchende Großmütter erhöhen das Risiko für ihre Enkel
Autismus vererbt sich sowohl über DNA-Mutationen im Zellkern als auch über mitochondriale DNA-Mutationen. / iQoncept, stock.adobe.com Bristol – Tabakrauchen während der Schwangerschaft zeigt seine......
21.04.17
Tabakkonsum: Schlechtes Zeugnis für Deutschland
Berlin – Deutschland gehört weltweit zu den Top Ten der Länder mit der höchsten Anzahl an Rauchern – mit fatalen Folgen: Etwa jeder siebte Todesfall ist hierzulande eine Folge des Tabakkonsums. Dies......
07.04.17
Rauchen weltweit für jeden zehnten Todesfall verantwortlich
Seattle – Rauchen ist nach der arteriellen Hypertonie der zweitwichtigste Risikofaktor für einen vorzeitigen Tod. Nach einer Analyse der Global Burden of Disease Study im Lancet (2017; doi:......
30.03.17
Auch bei starken Rauchern kann Lungenkrebs Berufskrankheit sein
Kassel – Auch bei starken Rauchern kann im Einzelfall Lungenkrebs als Berufskrankheit anerkannt werden. Entscheidend ist die Frage der überwiegenden Wahrscheinlichkeit der Erkrankung, entschied heute......
22.03.17
Brustkrebs: Warum Rauchen die Vorteile einer Radiotherapie infrage stellen könnte
Oxford – Rauchen steigert die Gefahr, nach einer Radiotherapie des Mammakarzinoms an Lungenkrebs oder Herzversagen zu sterben. Das Zusatzrisiko könnte laut einer Studie im Journal of Clinical Oncology......
21.03.17
Schon niedrige Dosis Benzpyren im Tabakrauch erhöht Krebsrisiko
Mainz – Schon eine niedrige Dosis des im Tabakrauch enthaltenen Umweltgiftes Benzpyren schädigt die Erbsubstanz. Die Zellen passen sich jedoch an diesen Schaden an – allerdings um den Preis eines......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige