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Zehn Jahre Jenny-de-la-Torre Stiftung

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Jenny de la Torre © dpa

Berlin – Die Jenny-de-la-Torre Stiftung feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Im Dezember 2002 wurde die Obdachlosenhilfe von der peruanischen Ärztin Jenny de la Torre mit dem Ziel gegründet, die medizinische Versorgung obdachloser Menschen in Berlin langfristig abzusichern. „Ich möchte mich bei allen Unterstützern bedanken. Ohne die Förderung und dem persönlichen Engagement wäre unsere Stiftung nicht möglich gewesen“, sagt Jenny de la Torre anlässlich des Jubiläums.

Die Idee zur Gründung einer Stiftung für Obdachlose kam ihr während ihrer Zeit als Ärztin am Ostbahnhof Berlin, Ende der 1990er Jahre: „Ich habe in meiner Praxis Menschen in einem katastrophalen Zustand gesehen und immer daran denken müssen, was mit den Obdachlosen passiert, wenn die Leute nicht mehr spenden.“ Ihre Hilfe als Ärztin sei sehr Bescheiden gewesen, daher wollte sie den Menschen helfen, dauerhaft von der Straße wegzukommen.

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Als Starthilfe nutzte Jenny de la Torre das Preisgeld der „Goldenden Henne“ in Höhe von 25.000 Euro. Der Medienpreis wurde ihr in der Kategorie Charity im Jahr 2002 für ihr schon damals hohes Engagement für Obdachlose verliehen. „Zudem hatten wir viele Unterstützer, die uns mit Spenden geholfen haben“, erklärt die Ärztin.

Bis zu 100 Bedürftige am Tag
Seitdem kann die Stiftung eine erfolgreiche Bilanz ziehen: Täglich kommen bis zu 100 Bedürftige in das eigens dafür eingerichtete Gesundheitszentrum. In den vergangenen zehn Jahren fanden knapp 16.000 Konsultationen statt, darunter mehr als 13.000 männliche und fast 3.000 weibliche Patienten, wie Ludmila Baumgärtner, Vorstands­mitglied der Stiftung, zufrieden berichtet. „Wir haben acht festangestellte und 21 ehrenamtliche Mitarbeiter, von denen zehn Fachärzte sind.“

Neben drei Dermatologen, zwei Orthopäden und zwei Internisten gibt es wöchentliche Sprechstundenangebote bei einer Zahnärztin, einer Augenärztin sowie einer Psycho­login. Zudem können die Bedürftigen die Hilfe einer Sozialarbeiterin und die Beratungs­hilfe von zwei Rechtsanwälten in Anspruch nehmen. Wöchentlich kommt eine Friseurin in das Zentrum, es gibt eine mit zwei Mitarbeitern besetzte Küche, in der zweimal täglich Mahlzeiten ausgegeben werden und eine Kleiderkammer: „Bislang wurde 23.700 Mal Kleidung ausgegeben. Sehr gefragt sind dabei Rucksäcke und Schlafsäcke“, erzählt Baumgärtner. Auch als Ausbildungs- und Informationsstätte werde das Gesundheitszentrum genutzt: Bislang haben 28 Schüler ein Sozialpraktikum absolviert, 19 Berufsschüler ein Praktikum und 27 Medizinstudenten eine Famulatur.

Hausbesuche gepant
Jenny de la Torre ist mit dem Erreichten der Stiftung zufrieden, hat aber weitere Ideen für die Zukunft: „Wir müssen darüber nachdenken, was wir besser machen können. In Zukunft wollen wir Hausbesuche machen, da es in den Obdachlosenheimen keine soziale Betreuung gibt. Die Menschen aber brauchen Hilfe, um nicht wieder auf der Straße zu landen.“ Dafür brauche es weitere Unterstützung. Für die Versorgung der Obdachlosen müsse die Stiftung bereits jetzt schon rund 200.000 Euro im Jahr aufbringen.

Auf die Frage, woher sie nach so vielen Jahren noch die nötige Motivation hernehme, antwortet Jenny de la Torre: „Ich habe schon Leute an der Tankstelle getroffen, wo ich dachte, ich kenne sie irgendwoher. Auf einmal sagen sie ´Hallo Frau Doktor´- es waren ehemalige Patienten von mir.“ Sie hätten den Weg zurück in die Gesellschaft gefunden. Solche Erfolgsgeschichten bestätigten Jenny de la Torre in ihrer Arbeit und würden sie motivieren, weiter zu machen: „Ich bin Ärztin, das ist meine Arbeit und ich bin da, wo ich sein möchte.“ © SK/aerzteblatt.de

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