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Medizin

Vareniclin: Kardiovaskuläre Risiken der Raucherentwöhnung bestätigt

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Rockville – Eine von der US-Arzneibehörde FDA in Auftrag gegebene Meta-Analyse bestätigt, dass die Einnahme von Vareniclin (Champix®) zur Raucherentwöhnung mit einem Anstieg von kardiovaskulären Ereignissen verbunden ist. Das absolute Risiko ist allerdings gering und langfristig sollten die Vorteile durch die Raucherentwöhnung überwiegen – sofern sie gelingt.

Vareniclin ist ein partieller Nikotinagonist. Die Einnahme kann die Entzugssymptome beim Rauchstopp lindern, viele Nikotin-Nebenwirkungen bleiben jedoch erhalten. Zu den möglichen Folgen gehört ein Anstieg von Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Ereignissen, auf die die FDA bereits im letzten Jahr hingewiesen hat. Damals wurde der Hersteller zu einer Meta-Analyse verpflichtet, deren Ergebnisse jetzt vorliegen.

Die Studie fasst die Ergebnisse aus 15 randomisierten klinischen Studien des Herstellers zusammen, in denen 7.002 Patienten über wenigstens 12 Wochen mit Vareniclin (4.190 Patienten) oder Placebo 2.812 Patienten) behandelt wurden. Der primäre Endpunkt MACE („Major Adverse Cardiovascular Event“) umfasste alle Herz-Kreislauf-Todesfälle sowie alle nicht-tödlichen Herzinfarkte und Schlaganfälle.

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Er war in beiden Therapie-Armen selten: 13 MACE unter 4190 Patienten (0,31 Prozent) in den Vareniclin-Armen standen 6 MACE auf 2.812 Patienten (0,21 Prozent) in den Placebo-Armen gegenüber. Dies ergibt eine adjustierte Hazard Ratio von 1,95 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,79 bis 4,82), wonach unter der Therapie mit etwa doppelt so vielen kardiovaskulären Ereignissen gerechnet werden muss.

Das absolute Risiko ist allerdings gering. Die FDA gibt es mit 6,3 zusätzlichen MACE auf 1.000 Patientenjahre an. Dem steht laut FDA die Aussicht auf eine langfristige Reduktion der kardiovaskulären Sterberate gegenüber, da Rauchen ein wesentlicher Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen ist und der Verzicht auf das Rauchen deshalb eine wichtige präventive Maßnahme ist.

Interessanterweise war laut der Meta-Analyse in den Studien die Zahl der kardiovaskulären Todesfälle unter Vareniclin (2 von 4190 Patienten oder 0,05 Prozent) tendenziell niedriger als unter Placebo (2 von 2.812 Patienten oder 0,07 Prozent). Dieser Trend war auch in der Gesamtsterblichkeit erkennbar mit 6 Todesfällen auf 4.190 Patienten (0,14 Prozent) unter Vareniclin gegenüber 7 Todesfällen auf 2.812 Patienten (0,25 Prozent) unter Placebo. © rme/aerzteblatt.de

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