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Medizin

FDA lässt Antikörper gegen Anthrax zu

Montag, 17. Dezember 2012

Rockville – Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA hat erstmals ein Medikament zugelassen, dass extra für den Eventualfall eines bioterroristischen Anschlags entwickelt wurde. Der monoklonale Antikörper Raxibacumab neutralisiert das Toxin von Bacillus anthracis. Mangels Patienten wurde die Wirksamkeit des Medikaments ausschließlich an Tieren untersucht, was seit 2002 in Ausnahmefällen nach dem Animal Efficacy Rule möglich ist.

Die Wirksamkeit von Raxibacumab wurde in einer Studie an Affen und in drei Studien an Kaninchen untersucht. Die Tiere waren absichtlich mit Sporen des Bakteriums B. anthracis inhalativ infiziert worden. Während in den Vergleichsgruppen alle Tiere starben, überlebten 64 Prozent der Affen und 44 Prozent der Kaninchen den „Anschlag“, wenn sie mit Raxibacumab behandelt wurden.

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Die Therapie bietet also keine hundertprozentige Sicherheit. Im Ernstfall soll sie deshalb mit einer antibakteriellen Therapie kombiniert werden. Auch dies wurde an Kaninchen untersucht. Raxibacumab steigerte die Überlebensrate gegenüber einer alleinigen Therapie mit Antibiotika von 65 auf 82 Prozent. Die Sicherheit des Antikörpers wurde an 326 gesunden Menschen untersucht. Die wichtigsten Nebenwirkungen waren laut FDA ein Hautausschlag, Schmerzen in den Extremitäten, Juckreiz und Schläfrigkeit.

In den USA starben im September 2001 – eine Woche nach dem 11. September – fünf Menschen nach Anthrax-Anschlägen, zwölf weitere wurden infiziert. Die Sporen waren in Briefumschlägen mit der Post verschickt worden. Dies gab den Anstoß für die Entwick­lung von neuen Medikamenten. Raxibacumab wurde von der US-Firma Human Genome Sciences mit Unterstützung der US-Regierung entdeckt.

In diesem Jahr hat GlaxoSmithKline Human Genome Sciences übernommen. In Deutsch­land sind zuletzt drei i.v.-Drogenabhängige an Anthrax gestorben. Sie hatten sich vermutlich über kontaminiertes Heroin infiziert. In Viehbeständen kommt es hin- und wieder zu Infektionen mit dem Erreger vor, der im Erdreich über viele Jahrzehnte hinweg lebensfähig bleiben soll. © rme/aerzteblatt.de

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