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Ärzteschaft

Kommunale Krankenhäuser: Marburger Bund fordert sechs Prozent mehr Gehalt

Dienstag, 18. Dezember 2012

dpa

Der Marburger Bund (MB) fordert in den anstehenden Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), dass die Gehälter der rund 50.000 Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Krankenhäusern linear um sechs Prozent steigen. Um weitere 400 Euro pro Monat sollen die Gehälter derjenigen Ärztinnen und Ärzte steigen, die bereit sind, mehr als 48 Stunden je Woche zu arbeiten und eine entsprechende „Opt-out-Regelung“ zu unterschreiben.

Die Forderung nach einer linearen Erhöhung der Gehälter um sechs Prozent sei angesichts der hohen Arbeitsbelastung der Ärzte absolut gerechtfertigt und passe auch bei einer nüchternen Gesamtbetrachtung der wirtschaftlichen Lage durchaus in die Zeit, sagte der MB-Vorsitzende Rudolf Henke heute in Berlin: „Wir werden nicht akzeptieren, dass der Orientierungswert von zwei Prozent, den das Statistische Bundesamt als Kostenentwicklung der Krankenhäuser für den Zeitraum von Mitte 2011 bis Mitte 2012 berechnet hat, zum Maßstab der Tarifentwicklung gemacht wird.“

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Der Wert der ärztlichen Arbeit im Krankenhaus leitet sich nach Henkes Überzeugung aus anderen Gründen ab. Dabei gehe es auch um den Vergleich mit den Gehältern entsprechend qualifizierter Berufe in anderen Bereichen. Henke: „Die medizinische Behandlung kranker Menschen darf nicht schlechter bezahlt werden als die Entwicklung neuer Finanzprodukte.“

Daneben setzt sich der MB für eine Reduzierung der wöchentlichen Höchstarbeits­zeitgrenze ein. Bisher erlaubt der VKA-Tarifvertrag die Überschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Obergrenze von 48 Stunden auf 60 Stunden pro Woche, wenn dabei regelmäßig und in erheblichem Umfang Bereitschaftsdienst geleistet wird (Opt-out-Regelung). Diese Regelung hat die Ärztegewerkschaft zum Ende des Jahres gekündigt, ohne damit die weitere Möglichkeit zum Opt-out auszuschließen.

Neben einer Reduzierung der bestehenden Höchstarbeitszeitgrenze auf unter 60 Stunden fordert die Ärztegewerkschaft dabei eine zusätzliche Vergütung in Höhe von 400 Euro brutto pro Monat für die individuelle Bereitschaft des Arztes zum Opt-out.

VKA: Übertriebene Forderung
Die kommunalen Krankenhäuser wiesen die Tarifforderungen des MB umgehend zurück: „Ein Gehaltsplus von sechs Prozent ist vollkommen übertrieben und für die Kranken­häuser nicht finanzierbar“, argumentierte der Verhandlungsführer der VKA für die Krankenhäuser, Joachim Finklenburg. Bereits jetzt schrieben mehr als die Hälfte der Krankenhäuser rote Zahlen. „Die Krankenhäuser sind auf einen bezahlbaren Bereitschaftsdienst und die Regelungen zum Opt-out angewiesen. Anders ist eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung nicht zu gewährleisten“, ergänzte Manfred Hoffmann, der Hauptgeschäftsführer der VKA.

Die erste Verhandlungsrunde zwischen MB und VKA ist am 10. Januar 2013 in Düssel­dorf angesetzt. Verhandlungsführer des Marburger Bundes ist Rechtsanwalt Rolf Lübke, Geschäftsführer des MB-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz und Mitglied der Kleinen Tarifkommission des MB-Bundesverbandes. © JF/aerzteblatt.de

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