NewsAuslandHollande will im Juni Gesetzentwurf zu Sterbehilfe vorlegen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Hollande will im Juni Gesetzentwurf zu Sterbehilfe vorlegen

Dienstag, 18. Dezember 2012

Francois Hollande © dpa

Paris – Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande will im kommenden Juni einen Gesetzentwurf zu Sterbehilfe vorlegen. Das geltende Gesetz von 2005 erfülle „nicht alle berechtigten Anliegen von Menschen mit schweren und unheilbaren Krankheiten“, erklärte Hollande heute Medienberichten zufolge in Paris. Eine von ihm eingesetzte Ethikarbeitsgruppe hatte ihm am Morgen einen entsprechenden Bericht vorgestellt. Der Sozialist Hollande hatte die Ethiker vor fünf Monaten beauftragt, in mehreren öffentlichen Diskussionsrunden die gesellschaftliche Meinung zum Thema Sterbehilfe zu ermitteln.

Bei dem neuen Gesetzentwurf sollen Hollande zufolge etwa die Voraussetzungen für eine Anwendung von Patientenverfügungen ermittelt werden. Auch solle definiert werden, unter welchen Bedingungen eine unheilbar kranke Person, die sich bewusst dafür entscheide, bei der Selbsttötung begleitet werden könne. Zudem müsse überlegt werden, wie das Sterben eines Patienten möglichst würdig gestaltet werden kann, nachdem er oder seine Familie die Entscheidung zum Abbruch der Behandlung getroffen hat.

Anzeige

Hollande war im Wahlkampf unter anderem für eine Zulassung aktiver Sterbehilfe für solche unheilbar Kranken eingetreten, die ausdrücklich die Beendigung ihres Lebens wünschten. Damit zog er Kritik von kirchlicher Seite auf sich.

Laut dem sogenannten Leonetti-Gesetz aus dem Jahr 2005 ist aktive Sterbehilfe in Frankreich strafbar. Ärzte dürfen jedoch die Behandlung unheilbar Kranker abbrechen oder einschränken, wenn der Patient dies wünscht.

Medienberichten zufolge hatten sich die Ethiker um den Mediziner Didier Sicard in ihrem Bericht hinsichtlich aktiver Sterbehilfe „sehr vorsichtig“ geäußert. So wendeten sie sich in diesem Punkt etwa gegen jegliche Gesetzesänderungen. Stattdessen schlugen sie eine Debatte um Beihilfe zum Suizid vor sowie eine verbesserte palliative Ausbildung von Medizinern. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Dezember 2019
Perth – Westaustralien hat als zweiter australischer Bundesstaat die Beihilfe zum Suizid für todkranke Menschen legalisiert. Nach dem Repräsentantenhaus hat heute das Oberhaus in Perth mit 24 zu 11
Westaustralien legalisiert Sterbehilfe für Todkranke
3. Dezember 2019
Paris – In Frankreich soll es einen „Monat ohne Alkohol“ geben. Rund 20 Gesundheitsverbände riefen heute zu einem „trockenen Januar“ auf. Die Franzosen sollten nach dem intensiven Spirituosen-Konsum
„Monat ohne Alkohol“ in Frankreich geplant
25. November 2019
Paris – Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat Frankreich einen 30-Punkte-Plan vorgelegt. Er sieht unter anderem eine Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht und verschärfte Gesetze gegen
Frankreich will ärztliche Schweigepflicht bei Gewalt gegen Frauen lockern
25. November 2019
Paris – Der für das Ende der Behandlung des französischen Komapatienten Vincent Lambert (1976-2019) zuständige Arzt muss sich morgen wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht verantworten. „Es ist
Arzt von Komapatient Lambert vor Gericht
22. November 2019
Berlin – Die FDP-Bundestagsfraktion hat Eckpunkte für ein liberales Sterbehilfegesetz vorgelegt. „Zu einem selbstbestimmten Leben eines Menschen gehört auch, die Entscheidung zu treffen, sein Leben zu
FDP legt Eckpunkte für Sterbehilfe-Gesetz vor
21. November 2019
Straßburg – Der Europarat hat Frankreich Mängel beim Kampf gegen Gewalt gegen Frauen attestiert. Die Expertengruppe der Straßburger Ländervereinigung für den Schutz von Frauen (Grevio) beklagte in
Mängel beim Kampf gegen Gewalt gegen Frauen in Frankreich
20. November 2019
Paris – Die französische Regierung will mit Zugeständnissen in Milliardenhöhe die angespannte Lage in den Krankenhäusern in den Griff bekommen. So soll das Krankenhausbudget in den kommenden drei
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER