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Pharao Ramses III. wurde ermordet

Dienstag, 18. Dezember 2012

Die Halsverletzung Ramses III /Zick

Tübingen – Der ägyptischen Pharao Ramses III. ist Mitte des 12. Jahrhunderts vor Christus ermordet worden. Das berichten Wissenschaftler um den Ägyptologen Zahi Hawass, den Genetiker Carsten Pusch von der Universität Tübingen und den Paläopathologen der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) Albert Zink.

Papyrus berichtet von der Verschwörung
Das ägyptische Museum von Turin verwahrt einen Papyrus, der von einem Verbrechen der altägyptischen Welt berichtet: Im königlichen Frauenhaus plante eine der Nebenfrauen des Pharaos, Teje, den Mord an ihrem Gatten, dem als göttlich geltenden König Ramses III. Sie wollten damit offenbar ihren Sohn Pentawer auf den Thron bringen. Die Verschwörung wurde aber entdeckt und alle, die darin verstrickt waren, vor Gericht gestellt und bestraft. Bislang unklar war jedoch das Schicksal des Königs selbst.

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Die Wissenschaftler haben die Mumie des Pharaos in Kairo jetzt computer­tomo­graphisch, radiologisch und molekulargenetisch untersucht. Die in Bozen und Kairo durchgeführten Analysen der CT- Bilder ergaben, dass dem Pharao zu Lebzeiten die Kehle durchtrennt worden war.

„Die Halsverletzung ist erst in der Computertomographie sichtbar geworden“, berichtet Hawass, der als ehemaliger Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung die Mumie bereits des Öfteren zu Gesicht bekommen hatte. Klar sei gewesen, dass Ramses 1155 vor Christus im Alter von etwa 65 Jahren gestorben war, die Todesursache sei jedoch unbekannt gewesen. „Eine Halskrause verdeckt die Verletzung“, so Hawass.

Ein Amulett für das Leben im Jenseits
In den CT-Aufnahmen konnten die Forscher außerdem ein Amulett in der Wunde erkennen, das ein sogenanntes Horusauge darstellt. Dies ist ein altägyptisches Symbol zum Schutz vor Unfällen und zum Wiedergewinn von Kraft. „Die durchtrennte Kehle und das Amulett sind eindeutige Hinweise darauf, dass der Pharao ermordet worden war“, so Zink. Das Amulett sei ihm nach seinem Tod in die Wunde gelegt worden, um diese für dessen Nachleben zu heilen.

Die Wissenschaftler untersuchten außerdem eine Mumie, bei der es sich um seinen Sohn Pentawer handeln könnte. „Auffällig war, dass der Körper […]stark aufgebläht ist. Am Hals konnten wir zudem eine seltsame Hautfalte erkennen. Diese könnte davon stammen, dass er sich selbst erhängt hatte“, so Zink. Dies könnte laut den Wissenschaftlern darauf hinweisen, dass er die Möglichkeit einer Selbsttötung erhalten hatte, um schlimmeren Strafen im Jenseits zu entgehen – eben das berichtet der Turiner Gerichtspapyrus. © hil/aerzteblatt.de

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