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Ernährungs­wissenschaftler warnen von „hidden hunger“

Mittwoch, 19. Dezember 2012

dpa

Hohenheim – Auf die Ernährungsprobleme von Menschen, die in Deutschland unter der Armutsgrenze leben, hat die Universität Hohenheim hingewiesen. „Auch in Deutschland entwickelt sich wieder Armut. Oft unbemerkt, doch eng damit verbunden etabliert sich damit auch ein versteckter Hunger in Form von Fehl- und Mangelernährung“, sagte der Ernährungsmediziner Hans Konrad Biesalski. Er betont, der Tagessatz von Hartz IV für Ernährung reiche nicht aus, um ein Kind gut zu ernähren. Der Wissenschaftler fordert deshalb unentgeltliches, hochwertiges Essen in Kindertagesstätten und Schulen.

Biesalski betonte, viele Arme in Deutschland hätten meist genug zu essen, um satt zu werden. Aber ihnen fehle das Geld für eine gesunde und damit ausgewogene Ernährung.

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Neben Senioren seien vor allem alleinerziehenden Müttern und ihre Kinder, die von Hartz IV leben, von diesem „hidden hunger“ betroffen: „Je nach Alter kostet eine kindgerechte Ernährung mit allen erforderlichen Nährstoffen zwischen drei und sechs Euro pro Tag und Kind“, erklärte der Ernährungswissenschaftler. Aber selbst der Hartz IV-Höchstsatz sehe für die Ernährung täglich nur zwischen zwei und drei Euro in der Altersgruppe der unter 14jährigen vor.

Biesalski warnte, mit den Folgen von Fehl- und Mangelernährung in der Kindheit hätten Betroffene je nach Schweregrad ihr ganzes Leben zu kämpfen: „Ihre physische und mentale Entwicklung ist in unterschiedlichem Maß eingeschränkt“, sagte er. Das könne das ganze weitere Leben bestimmen.

Ein wirkungsvoller Beitrag dagegen sei unentgeltliches und qualitativ ausreichendes Essen in allen Kindertagesstätten und Schulen, so der Ernährungsexperte. © hil/aerzteblatt.de

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