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Impfstoff gegen FSME-Virus wird knapp

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Stuttgart – Der Impfstoff gegen das durch Zeckenbisse übertragene FSME-Virus wird knapp. Der Arzneimittelhersteller Novatis bestätigte, die Krankenkassen im Südwesten und das baden-württembergische Gesundheitsministerium in einem Schreiben über einen kompletten Ausfall der laufenden Produktion des Arzneimittels Encepur informiert zu haben. Dies hatten die Stuttgarter Nachrichten vom Mittwoch berichtet.

Demnach kann aus „herstellungstechnischen Gründen” in ganz Deutschland nur noch der Restbestand von etwa 200.000 Impfdosen ausgeliefert werden. Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem Baden-Württemberg und Bayern, die als FSME-Risikogebiete gelten. Das Virus gilt als Erreger der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis, einer Entzündung des Gehirns.

Novartis rechnet nicht mit Versorgungsproblemen
Nach Angaben des Novatis-Sprechers kann erst ab Juli wieder geliefert werden. Dennoch geht das Unternehmen- einer von zwei Impfstoffherstellern in Europa - derzeit nicht von Versorgungsproblemen aus. Nach Aussage der Krankenkassen sei es möglich, die Versorgung der Bevölkerung bis Juli durch Produkte eines Wettbewerbers sicherzustellen.

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Anders klingt die Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW). "Durch den Produktionsausfall werden Teile der Bevölkerung in Baden-Württemberg nicht geimpft werden können", sagte deren Vorstand, Norbert Metke, den Stuttgarter Nachrichten.

Kritik an Rabattverträgen
Ein KVBW-Sprecher fügte hinzu: „Die Situation auf dem Pharmamarkt ist so, dass bei einem Produktionsausfall bei Impfstoffen die Versorgungssicherheit nicht mehr gewähr­leistet ist." Es gebe nicht genug Hersteller. Außerdem schlössen die Kassen zur Versorgung bestimmter Regionen Rabattverträge mit nur einem Hersteller ab. Deshalb produzierten nur die Hersteller, die den Zuschlag erhielten.

Bei einem Ausfall könne aufgrund der langen Produktionszeit folglich nicht schnell für Nachschub gesorgt werden. Deshalb stelle sich die Frage, ob die Praxis der gesetzlich zulässigen Rabattverträge bei Impfstoffen nicht auf den Prüfstand gestellt werden müsse, sagte der Sprecher.

Eine Sprecherin des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums sagte, es sei Aufgabe der Kassen, nun Schlussfolgerungen zu ziehen. Novartis wies indes Speku­lationen zurück, dass es dem Pharmaunternehmen mittels der Lieferengpässe auch darum gehen könne, mögliche Einbußen durch die Rabattverträge mit den Kranken­kassen auszugleichen. „Das weisen wir mit Nachdruck zurück", sagte ein Sprecher. Die Versorgung der Bevölkerung mit lebensrettenden Impfstoffen habe für das Unternehmen höchste Priorität. © dapd/aerzteblatt.de

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