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Bundespsycho­therapeutenkammer: Bedarfs­planungs-Richtlinie ist Mogelpackung

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Berlin – Die Bundesspychotherapeutenkammer (BPtK) wirft dem GKV-Spitzenverband und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vor, ihre Zusage, die psychothera­peutische Versorgung in Deutschland zu verbessern, nicht einzuhalten. Beide Organi­sationen hatten am 9. Oktober beschlossen, „zusätzliche“ Psychotherapeuten in ländlichen Gebieten zuzulassen und dafür rund 100 Millionen Euro bereitzustellen.

„Dieser Beschluss erweist sich jetzt als eine Mogelpackung“, kritisiert Rainer Richter, Präsident der BPtK, angesichts der neuen Bedarfsplanungs-Richtlinie, die heute vom Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) beschlossen wurde. „Statt zusätzliche Praxen zu schaffen, kann ab 2013 die Anzahl der Psychotherapeuten in Deutschland um mehr als 6 000 sinken.“

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Schon jetzt würden psychisch Kranke durchschnittlich 12,5 Wochen auf ein erstes Gespräch bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten warten. In ländlichen Regionen betrage die Wartezeit sogar 14,5 Wochen, stellt die BPtK mit Hinweis auf ihre Wartezeitenstudie fest.

Die BPtK hält eine Verkürzung der Wartezeiten auf drei Wochen für dringend erforder­lich. Trotzdem plane der G-BA die psychotherapeutische Versorgung insgesamt zu verschlechtern: Aktuell arbeiten rund 21.600 niedergelassene Psychotherapeuten in Deutschland. Wenn sich zusätzlich circa 1.400 Psychotherapeuten niederlassen dürften, wie der G-BA konstatiert, gäbe es zukünftig insgesamt 23 000 Praxen.

Aber der G-BA rechne mit den Zahlen von 1999, als in Deutschland nur knapp 13 800 Psychotherapeuten niedergelassen waren, kritisiert die BPtK. Der G-BA plane deshalb mit rund 15 200 Praxen. „Das sind durchsichtige Rechentricks auf Kosten psychisch kranker Menschen“, urteilt BPtK-Präsident Richter. „Wir fordern, dass tatsächlich 1 400 Praxen zusätzlich zu den bereits existierenden Praxen geschaffen werden.“

Besonders die Sonderregion Ruhrgebiet, die Großstädte zwischen Duisburg und Dortmund blieben gegenüber allen anderen deutschen Großstädten, weiter benach­teiligt. Während sich in Nürnberg, Leipzig oder Stuttgart 32,5 Psychotherapeuten je 100 000 Einwohner niederlassen dürften, seien es in Duisburg, Essen und Dortmund nur 11,4 Psychotherapeuten je 100 000 Einwohner.

Damit würden sich auch zukünftig die langen Wartezeiten von rund 17 Wochen im Ruhrgebiet nicht ändern. „Sachgerecht wäre es gewesen, die Sonderregion Ruhrgebiet in der Bedarfsplanung abzuschaffen“, erklärt die Präsidentin der Psychothera­peuten­kammer NRW, Monika Konitzer. „Die Menschen im Revier werden genauso häufig psychisch krank wie in anderen deutschen Groß­städten.“  © pb/aerzteblatt.de

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