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Neue Bedarfsplanung für 2013 steht

Donnerstag, 20. Dezember 2012

dapd

Berlin - Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat heute wie erwartet neue Regeln für die Zulassung von niedergelassenen Ärzten und Psychologischen Psycho­thera­peuten verabschiedet. Grundlage war eine Einigung zwischen Vertretern der Kassen­ärztlichen Bundesvereinigung und des GKV-Spitzenverbands in diesem Gremium. Vertre­ter der Deutschen Krankenhausgesellschaft lehnten die neue Richtlinie ab, in erster Linie wegen der vollständigen Planung für sämtliche Arztgruppen.

Auf Basis der neuen Bedarfsplanungs-Richtlinie soll die ambulante medizinische Versor­gung bedarfsgerechter und bundesweit gleichmäßiger gestaltet werden können. Sofern das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium keine Einwände erhebt, tritt sie zum 1. Januar 2013 in Kraft. Damit setzt der G-BA fristgerecht einen Auftrag um, der im Versorgungs­struktur­gesetz verankert worden war.

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„Wir haben nun eine zielgenaue und den regionalen Besonderheiten Rechnung tragen­de flexible Regelung vorgelegt, mit der die Zulassungsmöglichkeiten von Ärztinnen und Ärzten in ländlichen Regionen verbessert und mit der Verteilungsprobleme in der ärztlichen Versorgung zielgerichtet angegangen werden können“; sagte Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA, in Berlin. „Das neue und feingliedrigere Planungsraster ermöglicht es, Versorgungslücken schneller zu erkennen und zu schließen.“

3.000 neue Zulassungsmöglichkeiten für Hausärzte
Künftig gilt für die hausärztliche Versorgung der so genannte Mittelbereich, für die allgemeine fachärztliche Versorgung der Kreis und die kreisfreie Stadt und für die spezialisierte fachärztliche Versorgung die Raumordnungsregion als Planungsraum für Niederlassungen. Bundesweit ergeben sich so nach Berechnungen des G-BA für den hausärztlichen Bereich annähernd 3.000 neue Zulassungsmöglichkeiten, wobei die derzeitigen freien Sitze miteingerechnet sind.

„Heute haben wir ein wichtiges Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht. Es freut mich sehr, dass wir dadurch die wohnortnahe Versorgung der Patienten perspektivisch weiter verbessern werden“, sagte Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Feldmann betonte, dass es bei der neuen Bedarfsplanung um eine bessere Verteilung der Ärzte und Psychotherapeuten gehe.

Übergangsfrist von sechs Monaten
Neu sei nicht nur, dass alle Arztgruppen einer Planung unterlägen. Auch würden Mitversorgereffekte berücksichtigt, beispielsweise, welche Rolle die Stadt bei der Versorgung des eher ländlich geprägten Umlands spielt. Feldmann verwies zudem darauf, dass es eine Übergangsfrist bis Juli 2013 gebe: Wenn das Bundesgesund­heitsministerium die Richtlinie genehmige, blieben den regionalen Gremien auf der Landesebene sechs Monate Zeit für die Umsetzung der neuen Regelungen. Währenddessen gelte die alte Bedarfsplanung weiter.

In der heutigen Sitzung des G-BA gab es viel Lob dafür, dass die Richtlinie wie vom Gesetzgeber gewünscht zum 1. Januar in Kraft treten kann. Doch auch Kritik am neuen Regelwerk wurde geäußert. Vor allem die Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundes­ausschuss zeigten sich enttäuscht. Ursula Faubel, Sprecherin der Patientenvertretung im Unterausschuss Bedarfsplanung, monierte, in wesentlichen Punkten bleibe die neue Bedarfsplanung der alten Systematik verhaftet.

So spielten für die neuen Zulassungsregeln die Morbidität der Patienten und sozioökono­mische Faktoren keine ausreichende Rolle. Faubel kritisierte zudem, dass bei der mög­lichen Niederlassung von Fachärzten „immer noch die städtischen Regionen bevorteilt“ werden. Sicher müsse man Pendlerbewegungen einbeziehen. Für ent­sprechende Berechnungen würden aber vorzugsweise die Daten von Arbeitnehmern verwendet, so dass die Versorgungsbedürfnisse von Kindern und Alten nicht abgebildet würden.

Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz zufrieden
Die beiden Vertreter der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz der Länder wiederum begrüßten zwar die neue Richtlinie. Sie erklärten sich aber nicht mit der neuen Zuordnung der Kinderärzte einverstanden: Stand ursprünglich zur Diskussion, sie dem hausärztlichen Versorgungsbereich zuzuordnen, zählen sie jetzt zum allgemeinen fachärztlichen Versorgungsbereich.

KBV-Vorstand Feldmann wiederum verwies darauf, dass man vor dieser Entscheidung eine Vielzahl von Gesprächen geführt und sich abgestimmt habe. Ein zu kleinteiliges Planungsraster für Kinderärzte hätte nach ihren Worten zu Verzerrungen führen können: In manchen Gegenden würden dann Kinderärzte fehlen, obwohl in akzeptabler Entfernung Praxen bestehen, in anderen müsste man eine Überversorgung konstatieren.

Psychotherapeuten unzufrieden
Kritik an der neuen Richtlinie kam auch von der Bundes­psycho­therapeuten­kammer, die den Beschluss als „Mogelpackung für psychisch kranke Menschen“ bezeichnete. „Statt zusätzliche Praxen zu schaffen, kann ab 2013 die Anzahl der Psychotherapeuten in Deutschland um über 6.000 sinken“, kritisierte Kammerpräsident Rainer Richter.

Aktuell arbeiten nach Richters Angaben rund 21.600 niedergelassene Psychothera­peuten in Deutschland. Wenn sich wirklich zusätzlich circa 1.300 Psychotherapeuten niederlassen dürften, wie im Oktober bereits beschlossen, gäbe es zukünftig insgesamt 22.900 Praxen.

„Tatsächlich rechnet der G-BA mit den Zahlen von 1999, als in Deutsch­land nur knapp 13.800 Psychotherapeuten niedergelassen waren. Der G-BA plant deshalb mit rund 15.100 Praxen“, monierte Richter. „Wir fordern, dass tatsächlich 1.300 Praxen zusätzlich zu den bereits existierenden geschaffen werden.“

Thomas Uhlemann vom GKV-Spitzenverband sah dies anders. Die Psychotherapeuten kämen mit dem neuen Zuwachs „sehr gut weg“, betonte er. Die vorhandene Zahl an Psychotherapeuten müsse doch reichen, um eine gute Versorgung zu sichern. Uhlemann regte an zu prüfen, ob beispielsweise die Art der therapeutischen Angebote und die Inhalte hilfreich seien oder verbesserungswürdig. © Rie/EB/aerzteblatt.de

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Avatar #90058
marc
am Samstag, 22. Dezember 2012, 09:58

Was soll der Qatsch ?

Es gibt doch jetzt schon genug Möglichkeiten sich niederzulassen und zwar im gesamten Bundesgebiet....
Aber für 5000 Euro Brutto in einem Versorgungzentrum in der Pampa in Brandenburg zu arbeiten das macht sowieso nur Igor aus der Ukraine...
LNS

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