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Medizin

Hepatitis C: SVR verlängert das Leben

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Rotterdam – Ein anhaltendes virologisches Ansprechen (SVR) – ein Marker für die Ausheilung einer Hepatitis C unter einer antiviralen Therapie – geht mit einer deutlichen Reduktion der Sterblichkeit einher. Dies konnte jetzt in einer klinischen Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 308: 2584-2593) gezeigt werden.

Wenn ein Patient mit Hepatitis C 24 Wochen nach dem Abschluss der antiviralen Thera­pie ohne Virusnachweis im Blut ist, so die Definition der SVR (Sustained virological response), gehen Hepatologen von einer Ausheilung der Infektion aus. Eine SVR wurde für einen signifikanten Anteil der Patienten erstmals unter einer Interferon-basierten Therapie möglich, die seit den 90er Jahren entwickelt wurde. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass eine SVR Bestand hat, sofern es nicht zu einer neuen Infektion kommt. Es war jedoch unklar, ob sie die Prognose der Patienten verbessert, die zu Beginn der Therapie in der Regel bereits einen Leberschaden erlitten haben.

Adriaan van der Meer von der Erasmus Universität in Rotterdam und Mitarbeiter (auch der deutschen Behandlungszentren in Frankfurt/Main, Hannover und Homburg) konnten jetzt die Daten von 530 Patienten auswerten, die zwischen 1993 und 2003 an 5 Zentren in Europa und Kanada behandelt worden waren.

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Alle Patienten litten bereits vor Therapiebeginn an einer fortgeschrittenen Leberfibrose oder -zirrhose (Ishak Score 4-6), die ihre Lebenserwartung deutlich einschränkte. Unter einer Interferon-basierten Therapie erzielten 192 Patienten (36 Prozent) eine SVR. Von ihnen sind in den folgenden 8,4 Jahren nur 13 Patienten verstorben gegenüber 100 von 405 Patienten ohne SVR (davon allein 70 an den Folgen der Lebererkrankung).

Van der Meer gibt die kumulative 10-Jahressterberate mit 8,9 Prozent nach Erreichen einer SVR und 26,0 Prozent ohne SVR an. Patienten mit SVR erkrankten infolge ihrer Leberzirrhose zu 5,1 Prozent an einem hepatozellulärem Karzinom. Bei den Patienten ohne SVR waren es 21,8 Prozent.

Die Patienten ohne SVR starben zu 70 Prozent an ihrer Lebererkrankung. Die kumulative Häufigkeit eines Todes durch Lebererkrankung oder eine notwendige Lebertransplantation betrug 27,4 Prozent gegenüber nur 1,9 Prozent nach Erreichen einer SVR.

Die Daten bestätigen damit zweifelsfrei, dass die SVR ein erstrebenswertes Therapieziel bei der Hepatitis C ist. Er wird seit Einführung der direkt-wirksamen antiviralen Substanzen Telaprevir und Boceprevir im Jahr 2011 von einer deutlich gestiegenen Anzahl von Patienten erreicht. © rme/aerzteblatt.de

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