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Medizin

Extreme Frühgeburt: Studie bestätigt hohe Sauerstoff-Ziele und CPAP-Alternative

Freitag, 28. Dezember 2012

dapd

San Diego – Eine hochdosierte Sauerstoffgabe kann bei extremen Frühgeburten langfristig die Überlebenschancen verbessern, es kommt allerdings zu einer Zunahme von neurologischen Behinderungen. Dies zeigen die Ergebnisse einer US-Studie im New England Journal of Medicine (2012; 367: 2495-2504), die auch die Frage untersucht hat, ob eine CPAP-Maskenbeatmung die Intubation und Surfactant-Therapie ersetzen kann.

Die „Surfactant, Positive Pressure, and Oxygenation Randomized Trial“ (SUPPORT) hatte in den Jahren 2005 bis 2009 1.316 Kinder, die zwischen der 24. und Ende der 27. Woche geboren wurden, zum einen auf eine hoch- oder niedriger dosierte Sauerstoffgabe randomisiert. In einem Arm wurde eine Sauerstoffsättigung von 85 bis 89 Prozent angestrebt. Im anderen Arm betrug die Sauerstoffsättigung 91 bis 95 Prozent. Zum anderen wurden die extremen Frühgeborenen auf eine prophylaktische Surfactant-Therapie mit mechanischer Beatmung oder auf eine CPAP-Beatmung (Continuous Positive Airway Pressure) ohne Surfactant-Gabe randomisiert.

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Vor zwei Jahren waren die Ergebnisse bis zur Entlassung aus der Klinik veröffentlicht worden. Die hochdosierte Sauerstoffgabe hatte sich dabei als zweischneidiges Schwert erwiesen: Einerseits senkte sie die Kliniksterblichkeit von 19,9 auf 16,2 Prozent, zum anderen kam es zu einem Anstieg der schweren Retinopathie bei den Überlebenden von 8,6 Prozent auf 17,9 Prozent (NEJM 2010; 362: 1959-69). Dieser Trend hat sich auch in den ersten Lebensjahren fortgesetzt, wie Rosemary Higgins vom National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) mitteilt, deren Team 1.234 der 1.316 Kinder (93,8 Prozent) nachbeobachten konnte.

Die Kinder wurden im Alter von 18 bis 22 Monaten einer intensiven neurologischen Untersuchung unterzogen. Dabei wurde eine neurologische Entwicklungsstörung definiert, wenn das Kind weniger als 70 Punkte im Bayley Scales of Infant Development (BSID-III) oder mehr als 2 Punkte im Gross Motor Function Classification System (GMFCS) erreichte. Diese Behinderung wurde bei 10,5 Prozent der Kinder diagnostiziert, die in den ersten Lebenstagen die hochdosierte Sauerstoffgabe erhalten hatten. Unter der niedriger dosierten Sauerstoffgabe waren es 9,5 Prozent. Eine bilaterale Erblindung (teilweise trotz operativer Therapie) wurde bei 1,2 und 1,0 Prozent der Kinder festgestellt. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren in beiden Endpunkten nicht signifikant.

Auf der anderen Seite waren nach der hochdosierten Sauerstoffgabe signifikant weniger Kinder gestorben (18,2 versus 22,1 Prozent). Im primären Endpunkt, der Tod oder neurologische Entwicklungsstörungen zusammenfasst, war die hochdosierte Sauerstofftherapie im Vorteil (27,5 versus 30,2 Prozent). Auch wenn der Unterschied hier nicht signifikant war, gibt das Team um Higgins der hochdosierten Sauerstofftherapie den Vorzug. Die niedrigdosierte Sauerstofftherapie könne wegen der erhöhten Sterberate nicht empfohlen werden, schreibt das Team.

Bei der zweiten Frage war das Ergebnis unentschieden. Der primäre Endpunkt aus Tod oder neurologischer Entwicklungsstörung wurde im CPAP-Arm von 27,9 Prozent und im Surfactant-Arm von 29,9 Prozent erreicht. Auch wenn der Unterschied nicht signifikant war, scheint die CPAP-Atmung hier im Vorteil zu sein. Higgins betrachtet sie als gleichwertige Alternative. © rme/aerzteblatt.de

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