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Politik

Patientenverband gegen Verringerung der Transplantations­zentren

Freitag, 4. Januar 2013

Schopfheim – Der Bundesverband der Organtransplantierten (BDO) hat sich gegen eine deutliche Verringerung der Zahl der Transplantationszentren ausgesprochen. Zugleich wandte er sich heute im badischen Schopfheim auch gegen eine staatliche Kontrolle der Transplantationsmedizin. Das Kontrollsystem funktioniere. Die neuerlichen Manipulationen am Universitätsklinikum Leipzig bezeichnete der Verband als „weiteren Schlag ins Gesicht“ für alle Patienten auf den Wartelisten.

Eine Verringerung der Zahl der Transplantationszentren würde nach Auffassung des Verbandes erhebliche Belastungen für die Patienten und ihre Familien bedeuten. Transplantationspatienten müssten schon jetzt oft „monatelang fern ihrer Familie und Wohnort in einer Klinik auf ein geeignetes Spenderorgan warten“. Durch eine Reduzierung der transplantierenden Kliniken würden sich sowohl die Distanz zur Heimat als auch die Fahrten zu den Nachsorgeterminen verlängern, was nicht nur mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden wäre.

Zudem seien viele der 47 Kliniken auf bestimmte Organe spezialisiert, so dass sich die vermeintlich große Zahl der Transplantationszentren relativiere. Nach der Organspende-Affäre am Universitätsklinikum Leipzig hatten Patientenschützer gefordert, die Zahl der 47 Transplantationszentren in Deutschland zu halbieren.

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Der Vorsitzende der Kontrollkommission Organtransplantation, Hans Lilie, will die Transplantationskliniken stärker unter die Lupe nehmen. „Wir brauchen dringend ein gutes System der Erfolgskontrolle. Das gibt es heute nicht“, sagte Lilie den Stuttgarter Nachrichten vom Freitag.

Die Patienten würden bei ihrem niederge­lassenen Arzt nachbehandelt. „Das Transplantationszentrum weiß gar nicht, ob die Behandlung erfolgreich war.“

Es erfahre zum Beispiel nicht, ob der Patient nach einem oder nach zehn Jahren verstorben sei. Deshalb müsse die Arbeit der niedergelassenen Ärzte und der Krankenhäuser in diesem Bereich enger verknüpft werden. Erst dann könne gesagt werden, „welches Zentrum medizinisch erfolgreich arbeitet“.

Lilie forderte die Transplantationskliniken zu eigenständigen Untersuchungen auf, ob in der Vergangenheit die Transplantationenkorrekt abgewickelt wurden. „Jeder, der noch Schmutz am Stecken hat, müsste also ein Interesse daran haben, von sich aus intensiv zu prüfen, statt sich später von Presse und Öffentlichkeit am Nasenring durch die Manege ziehen zu lassen.“ © dapd/kna/aerzteblatt.de

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