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Medizin

Dopamin: Genvariante könnte das Leben verlängern

Freitag, 4. Januar 2013

Irvine – Wie alt ein Mensch wird, könnte auch davon abhängen, wie seine Neuro­trans­mitter im Gehirn „ticken“. Eine Studie im Journal of Neuroscience (2013: 33: 286-291) zeigt, dass eine Genvariante des Dopamin-Rezeptors D4 die Chancen erhöht, das 90. Lebensjahr zu erreichen.

Dopamin ist der wichtigste Rezeptor im Belohnungssystem des Gehirns. Hirnforscher vermuten seit einiger Zeit, dass Varianten der zahlreichen Dopamin-Bindungsstellen (Rezeptoren) einen Einfluss auf den Charakter eines Menschen haben. Im Zentrum des Interesses steht das „DRD4 7R“-Allel“, eine Variante des Dopamin-Rezeptors D4.

Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Menschen mit dem „DRD4 7R“-Allel stärker als andere motiviert sind, sich am sozialen Leben zu beteiligen, sie sind geistig reger und auch körperlich aktiver, sagt Robert Moyzis von der Universität von Kalifornien in Irvine. Das „DRD4 7R“-Allel hat aber auch eine Schattenseite: Es wurde in anderen Studien mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), mit Suchter­krankungen und allgemein mit einer gesteigerten Neigung zu riskantem Verhalten in Verbindung gebracht.

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Trotz dieses Makels könnte das „DRD4 7R“-Allel sich günstig auf die Lebenserwartung auswirken, da Sport, aber auch soziale Aktivitäten eines der Rezepte für ein hohes Lebensalter sein könnten. Moyzis kann diese Vermutung jetzt durch die Analyse von 310 Teilnehmern der „90plus“-Studie bestätigen. Die Senioren, die zwischen 90 und 109 Jahre alt sind, waren zu 66 Prozent häufiger Träges des „DRD4 7R“-Allel als eine Vergleichsgruppe von 2902 jüngeren Menschen.

Diese Menschen gaben bei den Befragungen auch häufiger an körperlich aktiv zu sein. Das „DRD4 7R“-Allel, das für eine gewisse motorische Unrast sorgt, hat sich einer Hypothese Moyzis zufolge beim Exodus der Vorzeitmenschen aus Afrika vor mehr als 30.000 Jahren herausselektioniert.

Die Suchtforscherin Nora Volkow vom Brookhaven National Laboratory in Upton/New York hat den Einfluss von DRD4 auch bei Mäusen untersucht. Die Entfernung des Gens aus dem Erbgut machte die Tiere passiv, sie starben früher, und eine anregende Käfigausstattung, die normalerweise Tiere aktiver macht und die Lebenserwartung steigert, verlor bei den Tieren ihre Wirkung. © rme/aerzteblatt.de

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