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Medizin

Betablocker senken Demenzrisiko

Dienstag, 8. Januar 2013

dpa

Honolulu – Es ist bekannt, dass die Behandlung einer arteriellen Hypertonie bei den Patienten das Risiko senkt, im Alter an einer Demenz zu erkranken. Autopsien von Teilnehmern einer prospektiven Langzeitstudie zeigen jetzt, dass Beta-Blocker hier eine günstigere Wirkung haben könnten als andere Antihypertensiva.

Die Studie, die im März auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology in San Diego vorgestellt werden soll, umfasst 774 Amerikaner japanischer Herkunft, die an der Honolulu-Asia-Aging-Study teilgenommen hatten. Diese Studie wurde 1991 als Fortsetzung des Kuakini Honolulu Heart Program gestartet, das seit den 60er Jahren die Einwohner von Oahu, einer der acht Hauptinseln des Hawaii-Archipels, begleitet hatte. Diese Studie war den Ursachen der koronaren Herzkrankheit auf den Grund gegangen, zu denen bekanntlich die arterielle Hypertonie zählt.

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Die Honolulu-Asia-Aging-Study hat dann die Folgen der arteriellen Hypertonie auf das Gehirn untersucht. Die Teilnehmer werden nach ihrem Tod obduziert. Die histologische Untersuchung des Gehirns der 610 Teilnehmer, die zuvor an einer arteriellen Hypertonie litten, ergab jetzt, dass eine antihypertensive Therapie die Schäden am Gehirn einschränkt.

Dies konnte für alle Wirkstoffgruppen gezeigt werden, die größte Wirkung wurde jedoch mit Betablockern erzielt, wenn man der Pressemitteilung der American Academy of Neurology glauben darf, die auf die Studienergebnisse aufmerksam macht, die Lon White vom Pacific Health Research and Education Institute in Honolulu auf der Tagung im März vorstellen will.

Betablocker würden dabei zwei unterschiedlichen Hirnschäden vorbeugen, die zur Demenz führen. Dies seien zum einen die typischen Ablagerungen der Alzheimer­erkrankung. Die Therapie mit Betablockern würde aber auch die Zahl der Mikroinfarkte senken, die Folge von lokal begrenzten Hirnischämien sind, die einzeln nicht zum Schlaganfall führen, in der Masse aber eine Demenz verursachen können. Des Weiteren konnte White der Pressemitteilung zufolge auch nachweisen, dass das Gehirn von Patienten, die ihre Hypertonie mit Betablockern behandelten, weniger geschrumpft sei als bei anderen Patienten.

Warum die American Academy of Neurology die Ergebnisse bereits zwei Monate vor dem Kongress vorstellt, ist unklar. Vor einer Publikation ist eine Beurteilung kaum möglich. Die Ergebnisse unterstreichen jedoch, dass die Behandlung der arteriellen Hypertonie neben der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch einen Zusatznutzen hat, der angesichts der Zunahme von Demenzerkrankungen in der Bevölkerung von Bedeutung sein dürfte. © rme/aerzteblatt.de

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