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Medizin

Migräne: Studie sieht genetische Verbindung zur Epilepsie

Dienstag, 8. Januar 2013

New York – In Familien mit zwei oder mehr Epilepsie-Patienten kommt es gehäuft zu Migräne-Erkrankungen mit Aura. Dies ergab eine Kohortenstudie in Epilepsia (2013: doi: 10.1111/epi.12072). Die Autoren vermuten gemeinsame genetische Wurzeln beider Erkrankungen.

Die meisten Epilepsieerkrankungen treten sporadisch auf, doch bei etwa einem Zehntel der Patienten lassen sich weitere Erkrankungen in der Familie nachweisen. Das Epilepsy Phenome/Genome Project (EPGP), zu dem sich 27 Zentren in den USA, Kanada, Argentinien, Australier und Neuseeland zusammengetan haben, sucht nach den genetischen Ursachen für diese familiäre Häufung.

Melodie Winawer von der Columbia University in New York hat jetzt 730 Teilnehmer des EPGP zu Migräne-Erkrankungen befragt. Da die Migräne sehr häufig ist – etwa ein Viertel aller Menschen kennt die heftigen Schmerzattacken – war es nicht ungewöhnlich, dass auch viele Teilnehmer des EPGP an Migräne leiden. Darunter waren erwartungsgemäß auch einige, bei denen der Migräne eine Aura voraus ging.

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Winawer fiel jetzt auf, dass diese Migräne mit Aura 2,5 Mal häufiger bei Epilepsie-Patienten auftritt, die drei oder mehr enge Verwandte haben, die ebenfalls an einer Epilepsie erkrankt sind. Für die Migräne ohne Aura gab es eine solche Assoziation nicht. Eine derart ausgeprägte familiäre Häufung der Epilepsie spricht für eine genetische Ursache der Erkrankungen. Die Neurologin vermutet, dass das gleiche Gen (oder mehrere Gene) auch für die Häufung der Migräne mit Aura verantwortlich ist.

Welches Gen (oder welche Gene) dies sein könnten und auf welche Weise sie in die Pathogenese der beiden unterschiedlichen Erkrankungen eingreifen, liegt jedoch völlig im Dunkeln.

Zu bedenken ist, dass eine familiäre Häufung mit drei oder mehr an Epilepsie-Kranken in der Familie eher selten ist und dass diese Fälle eine genetische Besonderheit sein könnten. Die Sorge, dass die Migräne, die häufig in jüngerem Lebensalter auftritt, ein Vorbote einer späteren Epilepsie sein könnte, erscheint deshalb für die meisten Patienten unberechtigt. © rme/aerzteblatt.de

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