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Saarland: Projekt soll Risiken für plötzlichen Herztod verringern

Mittwoch, 9. Januar 2013

Berlin – Mit einem neuen Projekt zur Arznei­mittel­therapie­sicherheit wollen die Kassen­ärztliche Vereinigung (KV) Saarland und die IKK Südwest das Risiko der Patienten verringern, an einem plötzlichen Herztod zu sterben. Das Risiko sei insbesondere dann erhöht, wenn Patienten mehrere Arzneimittel einnehmen, die das QT-Intervall verlängern, erklärten die Projektpartner heute in Berlin. Das QT-Intervall ist im Elektrokardiogramm der Abstand zwischen dem Beginn der Q-Zacke und dem Ende der T-Welle.

Deutsche, europäische und amerikanische Zulassungsbehörden hätten Risiko­war­nungen für Patienten herausgegeben, die Arzneimittel mit den Wirkstoffen Citalopram und Escitalopram in Kombination mit anderen QT-Intervall-verlängernden Arzneimitteln einnehmen, erklärten die Projektpartner.

Diese Wirkstoffe seien zum Beispiel in Arzneimitteln zur Behandlung von Depressionen enthalten. Dem Arzneiverordnungs-Report 2011 zufolge seien 2010 mehr als 200 Millionen Tagesdosen dieser Arzneimittel verordnet worden. Die IKK Südwest geht daher von 1,8 Millionen Deutschen aus, die diese Wirkstoffe einnehmen.

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Die entsprechenden Medikamente würden häufig von unterschiedlichen Ärzten verord­net, die von einer zeitgleichen Verordnung eines anderen QT-Intervall-verlängerten Arzneimittels durch einen anderen Arzt nichts wüssten, so die Projektpartner.

In dem Projekt ermittelt die IKK Südwest anhand der Arzneimittelverordnungsdaten und mit Hilfe einer speziellen Software die Versicherten, denen zeitgleich mehrere QT-Inter­vall-verlängernde Arzneimittel verordnet wurden. Nach Einverständnis der Patienten informiert die KV Saarland die behandelnden Ärzte, die dann die Möglichkeit haben, die Medikation zu ändern. „Die KV Saarland sieht in dem Programm ein praxisgerechtes Modell, das dem Arzt ermöglicht, Risiken für den Patienten zu erkennen und zu vermeiden", sagte der Vorstandsvorsitzende der KV Saarland, Gunter Hauptmann.

Das Projekt wird vom Ge­sund­heits­mi­nis­terium des Saarlands und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte finanziell unterstützt. © fos/aerzteblatt.de

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