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Ärzteschaft

Verband fordert Maßnahmen gegen Hausärztemangel in Bayern

Mittwoch, 9. Januar 2013

München – Jede Woche schließt in Bayern eine Hausarztpraxis ersatzlos. Das berichtet der Hausarztverband des Landes (BHÄV) heute. „Wir stehen vor einem ernsthaften Strukturproblem. Das lässt sich nicht mit einem schnellen Hilfsprogramm beheben“, erklärte dessen Vorsitzender Dieter Geis. Schon jetzt seien die Zahlen dramatisch: Das Durchschnittsalter eines Hausarztes betrage 52,5 Jahre, jeder vierte Hausarzt sei über 60 Jahre alt und werde in den nächsten Jahren aufhören. Nachwuchs finde sich kaum noch.

„Nur der Hausarzt hat den ganzen Menschen im Blick. Für den Patienten ist deshalb der Hausarzt der erste Ansprechpartner, wenn es um seine Gesundheit geht“, sagte der BHÄV-Vorsitzende und forderte, das deutsche Gesundheitssystem zu einem Primärarztsystem weiterentwickeln. „Die Hausarztpraxis muss der zentrale Ort der Versorgung werden“, so Geis. Dafür benötigten die Hausärzte aber die Unterstützung der Politik, um auf notwendiger Augenhöhe mit den Kassen die entsprechenden Verträge für Hausarzt und Patient zu verhandeln.

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Ein erster Schritt sei, die Hausarztverträge nach altem Recht über das Jahr 2014 zu sichern. „Das ist ein wichtiges Signal gerade für junge Mediziner, die vor der Entscheidung stehen, ob sie sich als Hausarzt niederlassen wollen“, so Geis.

Entscheidend für die Nachwuchsfrage sei außerdem, ob Medizinstudierende das Fach bereits im Studium angemessen kennenlernen können. Das erfordere Lehrstühle für Allgemeinmedizin an allen Universitäten in Bayern. „Nur so können junge Medizinstudenten von Studienbeginn an Einblick in die ganzheitliche Medizin und das umfassende Tätigkeitsfeld des Hausarztes gewinnen, um sich dann am Studienende wohl vorbereitet für die Tätigkeit als Spezialist oder Generalist zu entscheiden“, so der BHÄV-Vorsitzende.

Von den Kassen verlangt der Verband die Bereitschaft, Vertragsstrukturen zusammen mit dem BHÄV zu vereinheitlichen und so Bürokratie in den Praxen zu bekämpfen.

Rückenwind bekam Geis aus dem bayerischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium. Ressortminister Marcel Huber (CSU) erklärte am Mittwoch, die Staatsregierung setze sich mit Nachdruck für eine flächendeckende Hausarztversorgung im Freistaat ein, sein Ministerium habe dafür Förderprogramme bis 2014 von mehr als 15 Millionen Euro aufgelegt.

„Es ist jetzt Sache aller Beteiligten, für den Hausarztberuf zu werben“, betonte Huber. Ein wichtiger Baustein sei die Einrichtung von Lehrstühlen für Allgemeinmedizin, wie es sie in München schon gebe. „Weitere müssen folgen. Die Universitäten müssen sich dieser Aufgabe stellen“, forderte Huber.

Er sprach sich auch für die Wiedereinführung von Hausarztverträgen ohne gesetzlich vorgegebene Honorarobergrenzen ein, aber auch für einen besseren Service, beispielsweise durch längere Praxisöffnungszeiten. © hil/aerzteblatt.de

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