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Medizin

Pradaxa: Explizite Kontraindikation bei künstlicher Herzklappe

Mittwoch, 9. Januar 2013

Ingelheim – Nach der US-Arzneibehörde FDA hat auch die European Medicines Agency (EMA) den Einsatz von Pradaxa (Wirkstoff: Dabigatran) bei Patienten mit künstlichen Herzklappen für kontraindiziert erklärt. Die Behörden ziehen damit die Konsequenzen aus einer klinischen Studie, die vorzeitig abgebrochen werden musste.

Der Hersteller Boehringer hatte die RE-ALIGN-Studie erst im Juni 2012 angekündigt. Die randomisierte Dosisfindungsstudie sollte die Anwendung von Pradaxa, die in der Schlaganfallprävention bisher auf Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern beschränkt ist, auf Träger von künstlichen Herzklappen erweitern.

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Bei diesen Patienten ist eine orale Antikoagulation Pflicht, um eine Thrombosierung der Herzklappen zu vermeiden. Zum Einsatz kommen Vitamin-Antagonisten. Die RE-ALIGN-Studie verglich diese Standard-Therapie (Warfarin mit dem INR-Ziel von 2-3 oder 2,5-3,5 je nach Risikofaktoren) mit verschiedenen Dosierungen von Dabigatran (150 mg zweimal täglich bis 300 mg zweimal täglich).

Doch die Hoffnung auf eine gleichwertige Effektivität und Sicherheit erfüllte sich nicht. Unter Dabigatran kam es nicht nur zu mehr thromboembolischen Ereignissen (Klappen­thrombose, Schlaganfall und Herzinfarkt) als im Warfarin-Arm: Ein Composite-Endpunkt trat bei 10,0 Prozent versus 4,5 Prozent auf. Auch die Rate der schweren Blutungen war mit 3,8 versus 1,1 Prozent erhöht, wobei vor allem postoperative hämorrhagische Perikardergüsse auftraten.

Die Nachteile betrafen sowohl Patienten, die kurz (d.h. an Tag 3) nach dem chirur­gischem Klappenersatz mit der Dabigatran-Therapie begonnen hatten, als auch eine zweite Gruppe von Patienten, bei denen die Operation zu Studienbeginn bereits mehr als 3 Monate zurücklag.

Die Studie wurde aufgrund der Ergebnisse vorzeitig abgebrochen. Die Entscheidung der Zulassungsbehörden macht aus der früheren Off-Label-Anwendung eine Kontrain­dikation. © rme/aerzteblatt.de

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