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Medizin

USA: Weniger Krebstote, aber mehr HPV-Tumore

Mittwoch, 9. Januar 2013

Human papilloma virus HPV /pa

Atlanta – In den USA ist die Zahl der Krebstodesfälle seit Anfang der 1990er Jahre rückläufig. Dieser Trend hat sich laut dem jüngsten Jahresbericht mehrerer Fachge­sellschaften fortgesetzt. Es gibt aber auch gegenläufige Entwicklungen. Sie betreffen unter anderem die Erkrankungen, die Folge einer Infektion mit dem humanen Papillo­mavirus (HPV) sind. Sie bilden einen Schwerpunkt in dem aktuellen Bericht, der im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2013; doi: 10.1093/jnci/djs491) veröffentlicht wurde.

Zwischen 2000 und 2009, dem Zeitraum des aktuellen Berichts, ist die Sterberate an Krebs jedes Jahr im Durchschnitt um 1,8 Prozent bei Männern und 1,4 Prozent bei Frauen zurückgegangen. Bei Kindern kam es sogar zu einer Reduktion um 1,8 Prozent pro Jahr. Auch die Zahl der Neuerkrankungen sinkt in den USA - im Durchschnitt um 0,6 Prozent pro Jahr.

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Geringer Anstieg bei Kindern
Nur bei den Kindern ist es zu einem Anstieg im 0,6 Prozent pro Jahr gekommen, berichtet Ahmedin Jemal von der American Cancer Society in Atlanta. Die Fachgesellschaft hat den Bericht zusammen mit den Centers for Disease Control and Prevention, dem Natio­nal Cancer Institute und den North American Association of Central Cancer Registries erstellt.

Auch bei den häufigen Krebserkrankungen setzen sich die Trends fort. Da weniger geraucht wird, sinkt die Zahl der Lungentodesfälle. Bei Männern ist dies seit 1990 der Fall, bei den Frauen ist es jetzt im dritten Jahr in Folge zu einer Abnahme gekommen.

Die Sterberate am Darmkrebs sinkt ebenfalls seit Jahren, was Jemal auf die höhere Inanspruchnahme des Screenings und Verbesserungen in der Therapie zurückführt. Ähnliche Gründe lassen sich auch für das Mammakarzinom anführen. Auch hier sinkt die Sterberate, während die Inzidenz sich seit Jahren kaum verändert hat.

Häufiger geworden sind Krebserkrankungen in Pankreas, Nieren, Schilddrüse und Leber und beim Melanom. Beim Mann ist auch die Inzidenz des Plasmozytoms gestiegen, bei Frauen nehmen Endometriumkarzinom und Leukämien zu.

Ein Anstieg wurde auch bei den HPV-induzierten Krebserkrankungen registriert: Dazu gehören neben dem Zervixkarzinom oropharyngeale Krebserkrankungen, die bei weißen Frauen und weißen Männern häufiger werden, sowie Analkazinomen, die bei Weißen und Schwarzen beiderlei Geschlechter zunehmen. Die Ursache sind veränderte Sexualgewohnheiten. Langfristig könnte es hier zu einer Abnahme kommen, wenn die HPV-Impfung angenommen würde.

HPV: Impfrate noch zu gering
Die Impfraten liegen aber noch hinter den Erwartungen zurück. Im Jahr 2010 hatten weniger als die Hälfte aller weiblichen Teenager eine Impfdosis erhalten und nur ein Drittel hatte die Impfung mit drei Dosierungen abgeschlossen. Bei den Jungen ist die Impfrate wesentlich geringer. Hier wird die Impfung in den USA derzeit nur für Personen mit riskantem Sexualverhalten empfohlen. © rme/aerzteblatt.de

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