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Fachgesellschaft befürwortet Ultraschall beim Gesundheits-Check

Donnerstag, 10. Januar 2013

dpa

Bonn – Einen flächendeckenden Einsatz der Sonographie beim Gesundheits-Check-Up regt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) an. Hintergrund ist eine Studie, bei der Ärzte mittels Ultraschall mehr behandlungsbedürftige Erkrankungen als mit einer Ganzkörper-Kernspintomographie entdeckten. Eine Arbeitsgruppe um Sabine Guth, stellvertretende Direktorin des Präventionscentrums Hamburg, hat sie in der Zeitschrift Ultraschall in der Medizin veröffentlicht (DOI: 10.1055/s-0032-1330284).

Sie fanden mittels Sonographien von Bauchraum, Schilddrüse, Halsschlagader und Herz bei zehn von 833 Patienten eine Krebserkrankung: Sieben Tumoren befanden sich im Bauchraum, drei in der Schilddrüse oder benachbarten Regionen des Halses.

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Die Ultraschalluntersuchung fiel damit in der Krebsfrüherkennung nur wenig hinter der Ganzkörper-Kernspintomographie zurück, die ebenfalls bei allen Patienten angefertigt worden war. Mit dieser Technik wurden zwei weitere Lungentumoren entdeckt. Ein weiterer Patient mit Metastasen eines Kopf-Hals-Tumors in der Wirbelsäule wäre auch bei der Sonographie aufgefallen, da die Leber vom Krebs befallen war, so Guth.

In anderen Bereichen war der Ultraschall der Ganzkörper-Kernspintomographie laut den Studienautoren überlegen: Bei jedem dritten Patienten deckte das Ultraschallbild Verkal­kungen in den Halsschlagadern auf, die in der Kernspintomographie nur selten sichtbar werden. „Der Gefäßultraschall liefert wichtige Informationen über das Herz-Kreislauf-Risiko der Patienten und kann Therapieentscheidungen beeinflussen“, so Josef Menzel, Direktor der Medizinischen Klinik II am Klinikum Ingolstadt und Leiter der DEGUM Sektion Innere Medizin. Auch eine Fettleber, die nicht selten mit einer Gefäßerkrankung einher­gehe, werde im Ultraschallbild sehr früh sichtbar.

Nach Ansicht der Fachgesellschaft kann die Sonographie einen wichtigen Beitrag in der Früherkennung vor allem in den Bereichen Krebs-, Herz-Kreislauf- und Leber-Erkran­kungen leisten. „Es sollte ernsthaft überdacht werden, den Ultraschall im Rahmen des medizinischen Check-Ups anzubieten“, so Menzel. Ein Argument seien auch die im Vergleich zu anderen Verfahren geringeren Kosten. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #104037
popert
am Mittwoch, 16. Januar 2013, 00:11

Schall und Rauch

Carotis-Ultraschall oder der Nachweis einer Fettleber bringen keinen Zusatznutzen gegenüber viel einfacheren Untersuchungen; Schilddrüsenkrebse finden sich vermutlich ebenso wie Prostatakrebs bei einem Großteil der Bevölkerung. (mit fraglichem Nutzen einer Früherkennung) Die einzige Ultraschall-Untersuchung mit nachgewiesenem Präventionsnutzen - die Untersuchung von Männern über 65 Jahre auf Aortenaneurysmen- wurde merkwürdigerweise gar nicht erwähnt.
So bleibt nur die Erkenntnis: Solche spekulativen IGeLeien waren sinnvoll, als es noch zu viele Ärzte gab. Jetzt aber haben wir mit Ärztemangel zu kämpfen - und wir müssen dafür sorgen, dass Ärzte ihre Arbeitskraft für Tätigkeiten mit nachgewiesenem Nutzen einsetzen.
Und wir müssen dafür sorgen, dass das offizielle Mitteilungsorgan der deutschen Ärzteschaft sich mit zukünftigen Versorgungsproblemen beschäftigt - und nicht mit der Eigenwerbung von Randgruppen des Medizinbetriebs.
Avatar #16993
Seffrin
am Dienstag, 15. Januar 2013, 18:24

Peinlich

Wenn das Deutsche Ärzteblatt weiter verfolgt, eine renommierte, breit anerkannte medizinische Zeitschrift zu sein oder zu werden, sollten solche unsachlichen, reißerischen Berichte nicht mehr auftauchen, egal in welcher Rubrik. Außerdem wecken diese immer den Verdacht der Korruption (der Redaktion). So etwas ist "Bild"-Niveau, wenn man von Niveau sprechen darf. Es hat zu lange gedauert, bis die Angabe von Interessenkonflikten in unserem Ärzteblatt eingeführt wurden, es sollte nicht noch einmal so lange dauern, bis solche fachlichen Katastrophen hier endlich verschwinden.
Avatar #660781
HOWAG
am Sonntag, 13. Januar 2013, 17:54

Der Arzt als Verkäufer

Aus dieser Studie den Schluss zu ziehen, Sonographie sei als Präventions-Screening geeignet ist natürlich abenteuerlich und wissenschaftlich indiskutabel. Weder wird in der Studie genau beschrieben wie die Patienten rekrutiert wurden, also wo sie so herkommen und ob sie gesund oder vorher schon krank waren, bzw. ob und wie danach gesucht wurde oder nicht. Dass man bei bei 19- bis 93-Jährigen (unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten eine Super-Gruppe!) in 33% "atherosclerosis" findet ist, ist eine irres Ergebnis usw. Weder wird erwähnt welche Relevanz die Ergebnisse hatten, welche Folgen z.B. unklare Befunde hatten (Überdiagnostik und/oder Übertherapie?) oder was überhaupt und welches längerfristiges Ergebnis die erhobenen Befunde nach sich zogen.

Hieraus ein Präventions-Ultraschall zu empfehlen ist mehr als fahrlässig.

Im Grunde geht es darum mit Pseudowissenschaft IGe-Leistungen zu begründen ähnlich einem mit Bestnoten versehen Verkaufsprospekt der damaligen Lehman-Bank.
Avatar #13396
mfreitag
am Sonntag, 13. Januar 2013, 11:20

Unglaublich!

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin regt eine irrationale Diagnostik an, basierend auf einer Studie eines "Präventionszentrums", in der IGeL1-Screening (Sonographie) mit IGeL2-Screening (Ganzkörper-Kernspintomographie) verglichen wurde.
Das ist ja wie ein vorgezogener (schlechter) Aprilscherz, wenn es nicht gleichzeitig die bittere Realität beschreibt, dass unser Deutsches Ärzteblatt von diesem Interessenkonflikt neutral berichtet ("Nach Ansicht der Fachgesellschaft...").
Ich bin entsetzt.
LNS

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