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Medizin

Pap-Test kann Ovarial- und Endometriumkarzinom erkennen

Donnerstag, 10. Januar 2013

Baltimore – Der Pap-Test, der im Zervixkarzinom-Screening in den letzten Jahrzehnten vielen Frauen das Leben gerettet hat, könnte in Zukunft auch zur Früherkennung von Endometrium- und Ovarialkarzinomen genutzt werden. US-Forscher haben dafür einen Test entwickelt. Er weist krebspezifische Gene nach, die von Tumoren des Endome­triums, aber auch des Ovars regelmäßig über die Zervix ausgeschieden werden. Erste Tests in Science Translational Medicine (2013; 5: 167ra4) zeigen, dass ein Screening prinzipiell möglich wäre.

Da nur sehr wenige Krebszellen den Weg in die Zervix finden, muss ein Nachweistest auch geringste Spuren nachweisen können. Dies ist heute mittels Gentests möglich, die jede beliebige DNA-Sequenz nachweisen können. Die erste Aufgabe, vor die das Team um Bert Vogelstein vom Ludwig Center for Cancer Genetics and Therapeutics in Baltimore gestellt war, bestand darin, für den Test geeignete Krebs-Gene zu finden. Beim Ovarialkarzinom waren solche Gene bereits bekannt, für das Endometriumkarzinom mussten die Forscher zunächst 22 Karzinome sequenzieren.

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Für den Test wurden die jeweils 12 häufigsten Mutationen der beiden Karzinome ausgewählt und in einem „PapGene“-Test zusammengefasst. Das Material für den Nachweis wurde wie bei einem konventionellen Pap-Abstrich entnommen und in einem Container für eine Dünnschicht-Zytologie gesammelt. In einer ersten klinischen Studie wurde der Test an 24 Frauen mit bekanntem Endometriumkarzinom und an 22 Frauen mit Ovarialkarzinom durchgeführt. Dabei wurden alle Endometriumkarzinome (100 Prozent) und neun der 22 Ovarialkarzinome (41 Prozent) entdeckt.

Die geringere Sensitivität beim Ovarialkarzinom dürfte damit zusammenhängen, dass der Weg bis zur Zervix für die Zelle länger ist und nicht alle Karzinome Zellen an den Eileiter weitergeben. Doch selbst wenn sich die Sensitivität bei einer Weiterentwicklung des Tests nicht steigern ließe, wäre eine Sensitivität von 41 Prozent immer noch ein gutes Ergebnis, da es für das Ovarialkarzinom derzeit noch keine zuverlässige Früherkennung gibt, und der „PapGene“-Test bei der Früherkennung des Zervixkarzinoms „nebenbei“ durchgeführt werden könnte.

Von einer Einführung ist „PapGene“ allerdings noch weit entfernt. Bei den nachge­wiesenen Tumoren handelte es sich ja um bekannte (und vermutlich) fortgeschrittene Erkrankungen. Ein Screening ist jedoch nur sinnvoll, wenn er eine Frühdiagnose in einem Stadium erlaubt, in dem die Prognose durch eine Therapie noch verändert werden kann.

Zu klären wäre noch die Frage der Spezifität, da unnötige Nachunter­suchungen die betroffenen Frauen belasten könnten. Dies sind allerdings Fragen, die sich zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht stellen. Die Forscher wollen den Test zunächst technisch verbessern, um Fehler auszuschließen.

Vogelstein hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Aufklärung der genetischen Pathogenese beim Darmkrebs (Adenom-Karzinom-Sequenz) einen Namen gemacht. Er hat auch Gentests zur Darm­krebs­früh­erken­nung entwickelt. Sie haben sich aber bisher nicht durchgesetzt, da die Koloskopie als die effektiver Vorsorgeuntersuchung angesehen wird. © rme/aerzteblatt.de

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