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Medizin

Missbrauch: New York schränkt Opiate in Notfallambulanzen ein

Freitag, 11. Januar 2013

New York City – Angesichts einer steigenden Zahl von Drogentoten durch Opiat­analgetika hat die US-Metropole restriktive Regeln zur Abgabe von starken Schmerz­mitteln erlassen. Ein Bericht hatte gezeigt, dass viele Patienten die Schmerzmittel systematisch erschleichen.

Im Jahr 2010 sind in New York 173 Menschen an einer Opiat-Überdosis gestorben, 30 Prozent mehr als noch 2005. Bei einem Drittel der Drogentoten stellten die Gerichts­mediziner eine Überdosierung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln fest. Diese waren nicht etwa aus Apotheken gestohlen worden. Die Opfer hatten sie sich bei Arztbesuchen erschlichen, oder sie hatten sie von Patienten gekauft, die die Schmerzmittel nicht mehr benötigen (oder bereit waren, für Geld Schmerzen zu ertragen).

Dieser Handel floriert seit einigen Jahren und zu den Abnehmern gehören vor allem Schüler der oberen Jahrgänge: 7 Prozent aller 9.- bis 12.-Klässler haben in Umfragen zugegeben, schon einmal Opiatanalgetika als Droge benutzt zu haben. Dies geht aus dem Bericht einer Task Force hervor. Sie hat auch ermittelt, dass die Zahl der Notfallaufnahmen wegen Überdosierungen von Opiaten sich in den Jahren 2004 bis 2010 fast verdreifacht hat.

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Bürgermeister Michael Bloomberg und die Stadtregierung haben deshalb am Freitag verordnet, dass die Notfallambulanzen der Stadt nur noch Schmerzmittel für maximal drei Tage abgeben dürfen. Lang wirkende Mittel wie OxyContin (Wirkstoff: Oxycodon), in den USA ein beliebtes Mittel zur Behandlung von chronischen Rückenschmerzen und Arthritis, dürfen von den Notfallambulanzen gar nicht mehr abgegeben werden. Auch Fentanyl-Pflaster und Methadon werden Patienten dort nicht mehr erhalten.

Die Mediziner sehen das Verbot mit gemischten Gefühlen. Das American College of Emergency Physicians hat zwar noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben, die von den Medien befragten Notfallmediziner erkannten aber einerseits an, dass der Missbrauch ein gesellschaftliches Problem ist und nicht zuletzt auch die Arbeitsbelastung in den Ambulanzen erhöht.

Auf der anderen Seite könnte die Regelung aber die Versorgung von nicht versicherten Bevölkerungsgruppen verschlechtern, die sich keinen Arzt leisten können und auf die Abgabe von Schmerzmitteln durch die Notfallambulanzen angewiesen sind. Versicherte Patienten können die Medikamente weiter von ihren behandelnden Ärzten erhalten. Krebspatienten und palliative Versorgungsfälle sind von dem Verbot ausgenommen. © rme/aerzteblatt.de

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