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Politik

Sozialverband kritisiert neue Präventionsstrategie der Koalition

Montag, 14. Januar 2013

Berlin – Der Paritätische Gesamtverband hat die neue Präventionsstrategie der Bundes­regierung kritisiert und vor einer wachsenden sozialen Kluft bei der Gesundheitsvorsorge gewarnt. Die Pläne der Koalition zur Stärkung der Gesundheitsvorsorge seien „substanz­lose Symbolpolitik“, erklärte der Sozialverband heute in Berlin. Nötig seien vielmehr „konkrete zielgruppenspezifische Strategien“.

Verbandschef Rolf Rosenbrock warf der Koalition vor, die wachsende soziale Kluft beim Thema Gesundheit zu verharmlosen. „Die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung sterben im Durchschnitt zehn Jahre früher als die reichsten 20 Prozent“, erklärte er. Wer ernst­haft etwas gegen diese Ungleichheit tun wolle, könne nicht allein auf den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen vertrauen.

Ohne verbindliche inhaltliche Vorgaben werde es auch in Zukunft vielfach bei „altback­ener Gesundheitsaufklärung und Kursangeboten“ bleiben, mit denen die besonders benachteiligten Gruppen nicht erreicht würden.

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Union und FDP hatten im Dezember Eckpunkte ihrer neuen Präventionsstrategie vereinbart. Die Krankenkassen sollen demnach die für Prävention vorgesehenen Mittel auf sechs Euro für jeden Versicherten anheben. Davon sollen zwei Euro für die betriebliche Gesund­heits­förder­ung ausgegeben werden. Durch die Erhöhung der Mittel sollen auch sozial benachteiligte Gruppen, wie Menschen mit Migrationshintergrund oder niedrigerem Bildungsstand stärker auf Präventionsangebote aufmerksam gemacht werden.  

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom Montag will die Koalition jährlich etwa 200 Millionen Euro zusätzlich für die Vorbeugung von Volkskrankheiten wie Rücken­leiden, Bluthochdruck und Diabetes ausgeben. Der Schwerpunkt der Gesundheits­förderung soll laut Gesetzentwurf in den Betrieben liegen. Wer wegen seiner Arbeitszeit etwa in Nachtschichten oder wegen pflegebedürftiger Angehöriger nicht an mehr­wöchigen Angeboten zur Vorsorge teilnehmen könne, solle einen zusätzlichen Anreiz erhalten und im Rahmen einer Kur dafür einen höheren Zuschuss in Anspruch nehmen können.   

Der Paritätische Gesamtverband bekräftigte dagegen seine Forderung nach einem Präventionsgesetz. Dieses müsse alle Beteiligten „in die Pflicht nehmen, Qualitätsstandards sichern und eine verlässliche Finanzierung garantieren“.  

Auch die Grünen fordern eine Strategie für sozial Benachteiligte. Hier liege „das größte Potenzial, um Gesundheitsrisiken frühzeitig entgegenzuwirken“, erklärte Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Prävention und Patientenrechte der grünen Bundestagsfraktion. Allein mehr Geld helfe nicht. © afp/aerzteblatt.de

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