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Politik

Herzerkrankungen: Weiterhin Versorgungs­unterschiede zwischen den Ländern

Dienstag, 15. Januar 2013

3D-Ansicht eines Kinderherzens /dpa

Berlin – Obwohl 2010/11 die Sterblichkeit beim akuten Herzinfarkt im Vergleich zu den Vorjahren sank, kann von einer gleichmäßigen Versorgungslandschaft für Herzpatienten mit ischämischen Herzkrankheiten, Herzinsuffizienz, Herzklappenkrankheiten und Herzrhythmusstörungen auch heute noch nicht die Rede sein. Dies geht aus dem aktu­ellen Herzbericht hervor, der die kardiologische und herzchirurgische Versorgung in Deutschland 2010/11 sektorenübergreifend analysiert. Erstmals stellte ihn die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit den Vorständen der deutschen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK), für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) sowie für Kinderkardiologie (DGPK) vor.

„Die Versorgung für Patienten mit Herzerkrankungen ist in den verschiedenen Regionen nicht gleich gut“, kritisierte Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. So schwankte im Jahr 2010 die Herzinfarktsterblichkeit pro 100.000 Einwohner zwischen den Bundesländern von 53 Verstorbenen in Hamburg bis 111 in Sachsen-Anhalt oder 101 in Brandenburg.

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Die Ursachen für die länderspezifischen Unterschiede sind Meinertz zufolge unklar. Als wahrscheinliche Ursachen nannte er aber eine regionale Unterversorgung der Patienten, ein weniger effektives Notarztsystem, eine längere Prähospitalzeit sowie einen niedri­geren Informationsstand der Bevölkerung aufgrund ungünstiger sozioökonomischer Bedingungen.

Sterbefälle bei akutem Herzinfarkt gesunken
Somit bleibt der Bedarf an Ausbau und Verbesserung der Versorgung von Herzpatienten ungebrochen. Positiv ist der Rückgang der Sterblichkeit infolge eines akuten Herzin­farkts. Sie reduzierte sich von 2000 bis 2010 von 81,8 auf 67,9 Verstorbene pro 100.000 Einwohner. Die Zahl der Sterbefälle sank innerhalb der letzten 30 Jahre von 92.801 (1980) auf 55.541 (2010).

Gleichzeitig stieg jedoch für andere Herzkrankheiten, wie Herzklappenkrankheiten, Herz­rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz, von 1995 bis 2010 die stationäre Morbi­ditäts­ziffer.  Unerwartet große Unterschiede zeigen die Sterbeziffern der Frauen infolge von Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen in allen Bundesländern im Vergleich mit denen der Männer.

Versorgungsunterschiede zeigten sich aber auch bei der Verbreitung von Herznot­fall­ambulanzen, den Chest-Pain-Units (CPUs), im Bundesgebiet. „Besonders in manchen ostdeutschen Gebieten mit höherer Sterbe- und Morbiditätsziffer ist das leider nicht der Fall, zum Beispiel in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Auch in Thüringen fehlen CPUs“, sagte Meinertz.

Mit dem mittlerweile 24. Deutschen Herzbericht 2011 führen die Herzstiftung und die Fachgesellschaften die mehr als 20-jährige Arbeit von Ernst Bruckenberger fort, um die Vorbeugung, Diagnostik und Therapie von Herzkrankheiten und angeborenen Herzfehlern zu verbessern und Versorgungsdefizite zu erkennen. „Der Bericht ist eine wichtige Grundlage für Entscheidungsträger insbesondere für Krankenkassen und die Gesundheitspolitik“, betonte Meinertz. © ER/aerzteblatt.de

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