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Medizin

Migräne mit Aura als Herzinfarkt- und Thromboserisiko

Mittwoch, 16. Januar 2013

dapd

Boston – Eine Migräne mit Aura war in einer Auswertung der Women's Health Study noch vor Diabetes, Rauchen, Adipositas und einer positiven Familienanamnese und nach einer arteriellen Hypertonie der zweitwichtigste Prädiktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine weitere Untersuchung zeigt, dass die Patientinnen unter der Einnahme von neueren oralen Kontrazeptiva ein erhöhtes Thromboserisiko haben könnten.

Beide Untersuchungen werden Anfang März auf der Jahrestagung auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology in San Diego vorgestellt. Für die erste Studie hat Tobias Kurth vom Brigham and Women's Hospital in Boston die Daten der Women's Health Study ausgewertet, die 1995 als randomisierte Studie den Wert von Vitamin E und ASS zur Herzinfarktprävention untersucht hatte und danach als prospektive Beobachtungsstudie fortgesetzt wurde.

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In den ersten 15 Jahren der Studie erlitten von den 27.860 Teilnehmerinnen, die zu Beginn 45 Jahre oder älter waren, 1.030 einen Herzinfarkt oder Schlaganfall oder einen Herzkreislauftod, was eine Inzidenzrate von 2,4 pro 1.000 Frauen und Jahre entspricht. Kardiovaskuläre Risikofaktoren steigerten erwartungsgemäß die Inzidenzrate.

Am höchsten war sie mit 9,8 pro 1000 Frauen und Jahre bei einer arteriellen Hypertonie. An zweiter Stelle folgten schon Frauen, die an einer Migräne mit Aura litten (7,9 pro 1000 Frauen und Jahre), vor den etablierten Risikofaktoren Diabetes (7,1 pro 1000 Frauen und Jahre), positive Familienanamnese, Rauchen (jeweils 5,4 pro 1000 Frauen und Jahre) und einer Adipositas mit einem Body-Mass-Index 35 oder höher (5,3 pro 1.000 Frauen und Jahre).

Die Zahlen bedeuten nicht, dass alle Frauen, die in jungen Jahren an einer Migräne mit Aura leiden, im Alter einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden, beruhigt Kurth. Das absolute Risiko sei insgesamt gering. Außerdem geht die Migräne den kardiovaskulären Erkrankungen um viele Jahre voraus. Die Patientinnen sollten diese Zeit jedoch nutzen, um modifizierbaren Risikofaktoren abzubauen. Dazu gehört, das Rauchen aufzugeben, den Blutdruck zu kontrollieren und auf ein normales Körpergewicht und eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Für die zweite Untersuchung hat Shivang Joshi vom Brigham and Women's Faulkner Hospital, ebenfalls in Boston, Krankendaten des Klinikbetreibers Partners Healthcare zu mehr als 2 Millionen Frauen ausgewertet. Darunter waren 145.304 Frauen, die orale Kontrazeptiva einnahmen. Von ihnen waren 2.691 an einer Migräne mit Aura und 3.437 an einer Migräne ohne Aura erkrankt.

Beide Gruppen haben laut Joshi ein höheres Risiko eine tiefe Venenthrombose zu entwickeln als Frauen, die nicht an einer Migräne erkrankt sind. Mit den neueren Präparaten (mit Drospirenon, sowie Kontrazeptivpflaster und Vaginalringe) scheint das Risiko gegenüber älteren Präparaten weiter anzusteigen.

© rme/aerzteblatt.de

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