NewsPolitikPrävention: Gesetzentwurf auf den Weg gebracht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Prävention: Gesetzentwurf auf den Weg gebracht

Mittwoch, 16. Januar 2013

Berlin – Ein erster Referentenentwurf des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums zu einem „Gesund­heits­förder­ungs- und Präventionsstärkungsgesetz“ liegt nunmehr vor. Mit den vorgesehenen Änderungen im SGB V sollen die bereits Ende des vergangenen Jahres vorgelegten „Eckpunkte für eine Nationale Präventionsstrategie“ gesetzlich verankert werden. Ein eigenständiges Präventionsgesetz ist weiterhin nicht vorgesehen.

Mit der gesetzlichen Neuregelung werden Ausgaben der Krankenkassen für Präventions­zwecke auf sechs Euro je Versicherten erhöht. Eine beim Bundesministerium für Gesund­heit eingerichtete Ständige Präventionskonferenz soll der Verständigung auf gemeinsam Gesund­heits­förder­ungs- und Präventionsziele dienen.

Ziel des Gesetzes ist es, die Prävention bei Kindern und Jugendlichen auszubauen und Versicherten mit besonderen Gesundheitsrisiken den Zugang zur Primärpräventions- und Vorsorgeleistungen zu erleichtern. Die Rahmenbedingungen für die betriebliche Gesund­heitsförderung sollen verbessert werden. Der GKV-Spitzenverband soll einheit­liche Verfahren zur Qualitätssicherung, Zertifizierung und Evaluation von Leistungs­angeboten festlegen.

Anzeige

Eckpunkte für Präventionsstrategie: Klare Rollenzuweisung für Ärzte

Die Koalition will noch in diesem Jahr mit einer Präventionsstrategie deutliche Akzente setzen. Prävention wird als zentrale Aufgabe ärztlichen Handelns benannt.

Den niedergelassenen Ärzten wird eine größere Verantwortung im Rahmen einer primär­präventiven Gesundheitsuntersuchung zugewiesen. Gesundheitliche Belastungen und Risikofaktoren sollen verstärkt erfasst werden; die daraus abgeleiteten ärztlichen Präven­tionsempfehlungen sollen für die Krankenkassen eine wichtige Grundlage für die Gewährung von Leistungen darstellen. © TG/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 18. Januar 2013, 19:30

Hausarzt, niedergelassen...

Einzelpraxis im Zentrum Dortmunds in einem Ärztehaus mit einem weiteren haus- und mehreren fachärztlichen Kollegen/-innen. Ca 1.000 Scheine pro Quartal mit Spaß am Nachdenken, Formulieren, Schreiben und Veröffentlichen. Unter

http://www.springermedizin.de/blog-schaetzlers-schafott/2856296.html
Kennen Sie schon den Blog "Schätzlers Schafott" auf springermedizin.de? In diesem Blog nimmt Dr. med. Thomas G. Schätzler aus Dortmund scharfzüngig und garantiert nicht neutral Stellung zu heißen Themen rund um Gesundheitspolitik und Medizin. Und zwar gut gewürzt mit einem Schuss Polemik - natürlich o h n e Zeilenhonorar!
MfG
Avatar #107994
Adolar
am Donnerstag, 17. Januar 2013, 17:31

Lieber Herr Dr. Schätzler,

immer wieder erfreuen mich Ihre Kommentare. Sie sind insgesamt sehr reichlich, das ganze Netz ist voll davon. Was mich inzwischen interessiert: Praktizieren Sie eigentlich als Arzt oder berechnen sich Ihre Liquidationen nach Silben...?
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 17. Januar 2013, 13:39

Liefern statt Labern!

"Den niedergelassenen Ärzten wird eine größere Verantwortung im Rahmen einer primär­präventiven Gesundheitsuntersuchung zugewiesen" Aber Hallo? Genau das tun wir niedergelassenen Haus- und Fachärzte seit Jahrzehnten - nur es wird nicht ausreichend gefördert, anerkannt und bezahlt.

Selbsternannte Gesundheits- und Krankheitsexperten jeglicher parteipolitischer Couleur bilden eine Laienschauspieler-Schar, denen nur ein Motto gerecht wird: "Wie gut, dass wir darüber geredet haben!" Denn w e r mimt seit Jahrzehnten ebenso unermüdlich wie un(ter)bezahlt den Gesundheitsberater, den Präventionslotsen, den Check-up-35-Macher, die Schwangeren-, Kinder-, Impf- und Krebsvorsorge, den Präventiv-Endoskopiker, den betriebsärztlichen Aufpasser und Sozialhygieniker, den Mammografiezirkus und nicht zuletzt das Kasperle-Theater zur Motivation gegen Rauchen, Alkoholabusus, Adipositas, metabolisches Syndrom, Bewegungsmangel und Drogenmissbrauch bei unseren Patienten?

Ärztinnen und Ärzte und Deutschland werden abrechnungstechnisch bestraft, wenn sie ernsthaft falsche Ernährungsgewohnheiten, Alkoholmissbrauch, Nikotin- und Drogenabhängigkeit oder Bewegungsmangel im Rahmen ihres Regelleistungsvolumens (RLV) mit bekämpfen wollen. Der Check-up 35 wurde vor fast 15 Jahren massiv eingeschränkt: Kreatinin und (fakultatives) EKG fielen dem Rotstift zum Opfer, statt den Untersuchungsumfang um HDL-Cholesterin, TSH, GGT, KREA, BB und CRP zielführend zu erweitern. Und wenn behauptet wird, der "Check-up 35 soll auf primärpräventive Untersuchungen ausgeweitet werden - Ärzte sollen demnach künftig auch gesundheitliche Risiken und Belastungen ihrer Patienten erfassen und bewerten", steht für mich fest: Die das allen Ernstes fordern, haben noch nie einen "Berichtsvordruck Gesundheitsuntersuchung" Muster 30 (1.2009) in der Hand gehabt, geschweige denn verstanden. Genau diese Punkte werden seit Jahrzehnten im Berichtsbogen ärztlicherseits erfasst. Sie sind allerdings weder von KBV, BÄK oder GKV-Kassen jemals wissenschaftlich ausgewertet worden.

Primär- und Sekundärprävention sollte tatsächlich in aller Munde sein. Doch der vom CDU-Politiker Jens Spahn propagierte Satz "Prävention muss raus aus den Sonntagsreden und rein in die Köpfe, bei Patienten, Kassen und Ärzten" verwechselt die Adressaten: Die Prävention muss raus aus s e i n e n Sonntagsreden und hinein in Medien, Politik, Öffentlichkeit, Patienten und Kassen. Ärztinnen und Ärzte haben Prävention schon seit Jahrzehnten in aktives Handeln, Vorsorge, Früherkennung und medizinisch begründete Aktionen umgesetzt. Patienten und Politiker müssen nur noch folgen. Liefern statt Labern!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS
LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER