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Wirtschaftliche Lage der Hochschulmedizin verschlechtert sich drastisch

Freitag, 18. Januar 2013

dpa

Berlin – Nach Jahren positiver Entwicklung wird sich die wirtschaftliche Lage der deutschen Universitätsklinika in diesem Jahr erstmals seit Jahren wieder verschlechtern. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Befragung der Vorstände der Deutschen Hochschulmedizin. Demnach rechnen zwölf Universitätsklinika (41 Prozent) für das laufende Jahr mit einem negativen Jahresergebnis von rund einer Million Euro. Eines der befragten Universitätsklinika rechnet sogar mit einem Defizit von 16 Millionen Euro.

In Summe betragen die erwarteten Defizite im Jahr 2013 rund 82 Millionen Euro. Damit haben sich die Verluste der defizitären Universitätsklinika seit dem Jahr 2011 mehr als verdoppelt: Noch vor zwei Jahren verzeichneten diese Verluste von 40,56 Millionen Euro.

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„Daher überrascht es nicht, dass die Erwartungen der Führungskräfte zur wirtschaft­lichen Entwicklung der Universitätsklinika bis 2015 zu 76 Prozent negativ sind“, konsta­tierten der Medizinische Fakultätentag (MFT) und der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD). Laut der Umfrage rechnen 38 Prozent der Klinikleiter mit einer „deutlichen“ Verschlechterung, weitere 38 Prozent gehen davon aus, dass sich die Entwicklung der von ihnen geleiteten Klinik „etwas“ verschlechtern wird.

Finanzierung der Universitätsmedizin: An der Grenze der Belastbarkeit

Die Fehlentwicklungen in der Krankenhausfinanzierung treffen die Universitätsklinika besonders hart. Denn als Supramaximalversorger können sie sich nicht auf lukrative Bereiche spezialisieren. Eine Sonderfinanzierung der Universitätsmedizin ist wegen ihrer spezifischen Aufgaben angemessen.

Grund für die schlechte wirtschaftliche Situation der Hochschulmedizin seien vor allem  Fehlentwicklungen in der Krankenhausfinanzierung sowie die Sonderaufgaben der Universitätsklinika. „Die Universitätsklinika müssen ein breites Leistungsspektrum bieten, um die Basis für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten und die Forschung zu liefern. Entsprechend trifft die Hochschulmedizin die Art des Budgetierungs- und Entgeltsystems in besonderer Weise“, kommentierte MFT-Sprecher Heyo Kroemer.

Im Gegensatz zu der steigenden Zahl von Krankenhäusern, die sich auf besonders lukrative Leistungen spezialisierten, könnten Universitätsklinika Fallzahlsteigerungen in ausgesuchten profitablen Bereichen kaum verfolgen. Stattdessen falle es zunehmend in ihre Verantwortung, die ambulante Versorgung flächendeckend sicherzustellen.

Angesichts der angespannten Finanzsituation der Deutschen Hochschulmedizin setzen sich MFT und VUD in einem heute veröffentlichten Positionspapier deshalb für einen Systemzuschlag an die Universitätsklinika ein. „Das Papier ist ein Appell an die Wissenschaftspolitik, gemeinsam mit der Gesundheitspolitik den Sonderstatus der Universitätsmedizin anzuerkennen und jetzt zügig eine faire Finanzierung ihrer Zusatzaufgaben zu gewährleisten“, resümierte VUD-Generalsekretär Rüdiger Strehl. © hil/aerzteblatt.de

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