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Politik

Ärzte wehren sich gegen Betrugsvorwürfe

Montag, 21. Januar 2013

Berlin – Ein Verdacht ist kein Urteil: Die Ärzte weisen die in einem Bericht des Spitzen­verbands der gesetzlichen Krankenkassen gegen sie erhobenen Betrugsvorwürfe zurück. „Man darf Verdachtsfälle nicht mit abgeurteilten Fällen verwechseln“, sagte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Frank-Ulrich Montgomery, der Passauer Neuen Presse. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Jens Spahn (CDU), fordert härtere Sanktionsmöglichkeiten bei einem Korruptionsverdacht gegen Ärzte.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den Jahren 2010 und 2011 rund 53.000 Fälle von Fehlverhalten von Ärzten, Apothekern, Krankenhäusern und anderen Dienstleistern aus dem Gesundheitsbereich verfolgt. In 2.600 Fällen sei die Staatsanwaltschaft unter­richtet worden, bestätigte der Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) am Freitag.

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Montgomery wies auf die rückläufige Zahl von Abrechnungsbetrügereien im Gesund­heitswesen hin, die in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst wird. So sei die Zahl im Jahr 2011 auf 2.876 Fälle gesunken - 40 Prozent weniger als zwei Jahre zuvor. „Ärzte sind für klare Regeln, sie wollen nicht im Ruch des Betrugs oder der Korruption stehen“, versicherte Montgomery.

Fast die Hälfte aller Klinikabrechnungen soll Fehler haben
CDU-Gesundheitsexperte Spahn forderte, schärfer gegen Ärzte unter Korruptions­ver­dacht vorzugehen. „Die Länder müssen die Sanktionen verschärfen, damit in solchen Fällen eine Arztzulassung entzogen werden kann“, sagte Spahn den Dortmunder Ruhr Nachrichten. „Ideal wäre, wenn auch ein Staatsanwalt gegen niedergelassene Ärzte ermitteln kann, wenn ein Anfangsverdacht da ist.“ Spahn forderte, Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen per Gesetz zu verpflichten, spätestens alle zwei Jahre einen Bericht über Fehlverhalten und ihre Verfahren vorzulegen.

Die Düsseldorfer Rheinische Post berichtete, aus einem noch unveröffentlichten GKV-Be­richt zur Korruption im Gesundheitswesen gehe hervor, dass fast jede zweite Krankenhausabrechnung nicht korrekt sei. Nach Überprüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen sei der Anteil der Kliniken, die falsch abrechnen, in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Im Jahr 2006 habe er bei 35 Prozent gelegen, 2010 seien bereits 45,6 Prozent der Kliniken durch Falschabrechnungen aufgefallen. Der Medizinische Dienst prüfe jeweils zehn bis zwölf Prozent aller Krankenhaus­abrech­nungen. © dapd/aerzteblatt.de

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Avatar #100905
U.Hehl
am Sonntag, 10. März 2013, 14:40

Korruption

Natürlich gefällt das keinem wenn man auffliegt, aber das ist nicht nur bei den Ärzten so. Unsere Politik braucht da nicht mit Steinen zu werfen.
LNS

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