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Pflegeversicherung stößt an Grenzen

Montag, 21. Januar 2013

Wiesbaden – Immer mehr Menschen in Deutschland sind im Pflegefall auf Sozial­leistungen angewiesen. Im Jahr 2011 erhielten rund 423.000 Menschen die sogenannte Hilfe zur Pflege, das waren 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden heute mitteilte. 2010 waren es 411.025 Bedürftige.  

Noch stärker als die Zahl der Empfänger stiegen laut Bundesamt die Ausgaben. 2011 gaben die Träger der Sozialhilfe demnach rund 3,1 Milliarden Euro für bedürftige Pflege­fälle aus. Das waren 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr.  

Die Hilfe zur Pflege wird gewährt, wenn Bedürftige die Pflegeleistungen nicht aus eigener Tasche zahlen können und das nötige Geld auch nicht von anderer Seite, zum Beispiel aus der Pflegeversicherung bekommen. Die soziale Pflegeversicherung billigt Pflegebe­dürftigen nur einen Zuschuss zu den tatsächlichen Pflegekosten zu. Die Pflege vor allem in Heimen ist aber deutlich teurer.  

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Nach Ansicht der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zeigen die Zahlen, dass die Pflegever­sicherung an ihre Grenzen stoße. „Pflegebedürftigkeit wird immer häufiger zur Armuts­falle“, erklärte AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker. Mit der steigenden Altersarmut würden künftig noch viel mehr pflegebedürftige Menschen gezwungen, sich die Kosten ihrer Pflege vom Sozialamt bezahlen zu lassen. Nötig sei daher „eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung“.  

Nach Auffassung der Linkspartei wird die „die soziale Pflegeversicherung in ihrer derzeitigen Form immer weiter ad absurdum geführt“. Die Pflegeversicherung produziere in Verbindung mit einer verfehlten Rentenpolitik Pflege- und Altersarmut, kritisierte Kathrin Senger-Schäfer, pflegepolitische Sprecherin der linken Bundestagsfraktion. Auch die von der Koalition beschlossene freiwillige Pflegezusatzversicherung sei keine Lösung.  

Wer neben der gesetzlichen Pflegeversicherung auch noch eine Pflege-Tagegeldversicherung abschließt, bekommt ab diesem Jahr vom Staat dafür jährlich 60 Euro Zuschuss. Die Zulage wird dann gezahlt, wenn der Beitrag für die Police bei mindestens 120 Euro pro Jahr liegt. Im Dezember 2011 waren in Deutschland 2,5 Millionen Menschen pflegebedürftig. © afp/aerzteblatt.de

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