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Konkrete Handlungsleitfäden für psychischen Arbeitsschutz gefordert

Dienstag, 22. Januar 2013

Leipzig – Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat konkrete Handlungsleitfäden für Unternehmen zum besseren psychischen Arbeitsschutz gefordert. Diese seien „wirkungs­voller ein als weitere gesetzliche Regelungen“, so der Stiftungsvorstand Ulrich Hegerl. Vorbildcharakter könnten die Leitfäden für Alkoholerkrankungen am Arbeitsplatz haben.

„Wir begrüßen die Ausrichtung der Präventionsaktivitäten der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) auf den Schutz und die Stärkung der Gesundheit bei arbeitsbedingter psychischer Belastung“, sagte Hegerl. Auch könnten die von IG Metall und der Konferenz der Arbeits- und Sozialminister der Länder geforderten zusätzlichen rechtlichen Verankerungen den Fahrtwind für den psychischen Arbeitsschutz tatsächlich erhöhen.

„Da es den Betrieben aber weder an Regelungen mangelt und sie dem Thema in der Regel auch nicht ablehnend gegenüber stehen, sondern vor allem breites Wissen und fachlich-kompetente Unterstützung fehlen, halten wir die Erarbeitung von konkreten Handlungsleitfäden für die Unternehmen für eine wirkungsvollere Zielsetzung“, verwies der Vorstandsvorsitzende.

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Der Stiftung zufolge hat die GDA mit ihren Leitlinien zur Beratung und Überwachung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz bereits eine gute Basis geschaffen. Der Leitfaden sollte berücksichtigen, dass die meisten psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz nicht durch die Arbeit verursacht sind und Arbeit hinsichtlich psychischer Erkrankungen sogar protektiv wirken kann.

Betriebliche Gesund­heits­förder­ung als Primäziel
„Unter dem Begriff ‘psychische Erkrankung‘ werden verschiedene Krankheiten gefasst, die sich alle sehr deutlich hinsichtlich Verursachung, Prävention und Therapie unter­scheiden, sodass generelle Aussagen zu psychischer Gesundheit ganz allgemein schwierig sind“, ergänzte Hegerl. Deshalb empfiehlt er eine Fokussierung der betrieb­lichen gesundheitsfördernden Maßnahmen zunächst auf die häufigste und wichtigste psychische Erkrankung Depression.

Hauptziel müsse es sein, den Betroffenen rasch professionelle Hilfe zukommen zu lassen und durch Information und Aufklärung der Personalverantwortlichen dazu beizutragen, dass Missverständnisse im Umgang mit der Erkrankung Depression vermieden werden.

Unterdessen haben die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen (LÄKH) und die Psychothera­peuten­kammer Hessen (LPPKJP Hessen) auf die Zunahme psychischer Erkrankungen hingewiesen. Frühberentungen wegen Depressionen, psychosomatischen Erkrankungen oder Angststörungen seien in den letzten zehn bis 15 Jahren dramatisch angestiegen. Dennoch sei schnelle Hilfe oft nicht in Sicht: monatelange Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz seien die Regel, nicht die Ausnahme, so die Kammern.

Sie forderten deshalb, dass die Vielfalt an Therapieformen in Deutschland weiter ausgebaut wird sowie neue Wege der psychotherapeutischen Versorgung entwickelt werden, ohne die heilkundlichen Standards für fachgerechte Psychotherapie abzusenken. © hil/aerzteblatt.de

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